Postpersonalvertretung fordert mehr Ehrlichkeit in der Postamtsschließungsdiskussion

Personalvertretung der Post AG ortet Scheinkämpfe und Ablenkungsmanöver von VP- und FP-Landespolitikern bei Postämterschließungen

Wien (GPF/ÖGB). Der Vorsitzende des Zentralausschusses der Post AG, Gerhard Fritz ortet in den Wortspenden zahlreicher ÖVP- und FPÖ-Landespolitiker zu den Postämterschließungen ein scheinheiliges Ablenkungsmanöver von den Fehlern und Versäumnissen ihrer Regierungsmitglieder.++++

Tatsache ist, dass diese Regierung es seit Februar 2000 bis heute nicht geschafft hat, eine Universaldienstverordnung zu erlassen. Mit einem Federstrich könnte die zuständige Ressortministerin diese Diskussion beenden.

Darüber hinaus hat man anlässlich der Bilanz für das Jahr 2000 heuer vor dem Sommer der Post AG eine Sonderdividende von 4600 Millionen Schilling abverlangt. Da der Vorstand der Post AG behauptet, sich mit den jetzigen Postamtsschließungen 300 Millionen Schilling jährlich zu ersparen, hätte man mit dieser Sonderdividende 15 Jahre alle Postämter erhalten können. Der Finanzminister als Eigentümervertreter hätte nur auf die Sonderdividende verzichten müssen.

Den Vorwurf einiger Landespolitiker, die Postpersonalvertreter hätten sich kaufen lassen, weist der Vorsitzende des Zentralausschusses auf das Entschiedenste zurück. "Es wäre uns am Liebsten nicht nur alle Postämter zu erhalten, sondern, noch zahlreiche neue Postämter aufzusperren um damit Hunderte neue Arbeitsplätze zu schaffen. Doch eines muss jedem in diesem Land klar sein, dass kein Betriebsrat und keine Personalvertretung der Welt die Größe des Filialnetzes einer Aktiengesellschaft bestimmen kann", führt Fritz weiter aus.

Darüber hinaus könne man mit den Aufsichtsratsprotokollen vom 7.8. und 19.9.2001 beweisen, dass die Belegschaftsvertreter aller Fraktionen gegen Postämterschließungen gestimmt haben. Vielmehr entsteht für Fritz der Eindruck, dass man in einigen Bundesländern den Vorhaben bereits insgeheim zu gestimmt habe und jetzt nur mehr ein Schmierentheater inszeniert. Denn es gibt schon einige Landespolitiker der ÖVP und FPÖ, die sich schon mit dem Gedanken "der Post beim Greißler" angefreundet haben. Unter dem Titel der Förderung der ländlichen Infrastruktur unterstützt man die Vernichtung von Arbeitsplätzen bei der Post AG, denn hinterm Ladentisch beim Lebensmittelhändler steht nun einmal kein Postler mehr.

"Die Personalvertretung der Post AG wird jetzt ganz genau darauf achten, wie sehr die einzelnen Landes- und Gemeindepolitiker bereit sind, für ihr Postamt zu kämpfen. Auf Scheinkämpfe und Ablenkungsmanöver können unsere Kolleginnen und Kollegen verzichten", meint Gerhard Fritz abschließend.

ÖGB, 15. Oktober 2001
Nr. 844

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Martin Palensky

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