"Römische Vergangenheit - pannonische Zukunft: Carnuntum-Petronell"

ORF-Landesstudio Niederösterreich ÖSTERREICH-BILD AUS DEM LANDESSTUDIO NIEDERÖSTERREICH

St. Pölten (OTS) - Sendedatum: Sonntag, 18. November 2001 18.30 Uhr, ORF 2

Buch und Regie: Otto Anton Eder
Kamera: Harald Mittermüller

Carnuntum, die alte Römerstadt am Donaulimes zwischen Wien und Pressburg, ist Österreichs größte archäologische Landschaft und zählt zu den bedeutsamsten Funden römischer Kultur in Europa. Am Schnittpunkt der Donauuferstrasse und der von der Ostsee ans Mittelmeer führenden Bernsteinstrasse gelegen, war Carnuntum die Hauptstadt der römischen Provinz Oberpannonien, Sitz des Stadthalters, zentraler Truppenstandort und .Heeresniederlassung. Zwischen 40.000 und 70.000 Bewohner - so die Schätzungen - lebten während der Blütezeit von Carnuntum in der Stadt. Sie wies unter anderem zwei große Amphitheater und ein großes Forum auf, in dem auch Gladiatorenkämpfe abgehalten worden sind.

Heute noch ist das Leben in der Region um Carnuntum-Petronell geprägt von seiner antiken Vergangenheit. Viele Häuser sind Herberge von Resten aus der Römerzeit - gefunden beim Spazieren gehen oder bei der Feldarbeit. Ein Gastwirt etwa fand 1998 beim Pflügen einen Grabstein, der von Archäologen als "echt" identifiziert wurde und heute die Gaststube ziert.

Das Österreichbild "Römer an der Donau - Vergangenheit und Zukunft" verknüpft in eindrucksvoller Weise Historie und Zukunftsperspektiven dieses Ortes. Die Dokumentation stellt zum Beispiel ein bis jetzt weltweit einzigartiges Verfahren vor, das die archäologische Arbeit wesentlich beeinflussen wird: die sogenannte "kombinierte Prospektion". Damit werden antike Reste unter der Erde dreidimensional sichtbar gemacht. Versuchsgrabungen fallen dadurch weg; die Archäologen können sich auf Grabungen konzentrieren, bei denen sichergestellt ist, dass sie sehr wohl zum Ziel und damit zu archäologisch interessanten Resten führen.

Das Österreichbild beleuchtet aber auch Geschichte und Zukunft des Schlosses Petronell. Immer noch gibt es widersprüchliche Theorien, ob das Schloss zufällig an seinem Platz steht oder vielleicht bewusst auf Resten der antiken Stadt gebaut wurde. Kühne Pläne jedenfalls hat der jetzige Pächter des Schlosses, Architekt DI Dr. h.c. Walter Hildebrand: Er will das heute noch baufällige historische Gebäude zu einem international renommierten Studien- und Seminarbetrieb umbauen. Ziel ist letztlich die Verwirklichung eines wissenschaftlichen und touristischen Zentrums - vor allem auch für Gäste aus den östlichen Nachbarländern - mit angeschlossener Spitzengastronomie.

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