ORF-Qualitätsmonitoring 2000: Hoher Politikanteil der ORF-TV-Berichterstattung

Wien, (OTS) - Politik als Inhalt der TV-Berichterstattung spielt
im ORF - trotz internationalem Trend zu chronikalen Themen - weiter eine wichtige Rolle. Das zeigen die Ergebnisse der von FesselGfK seit 1997 jährlich im Auftrag des ORF durchgeführten Studie "Qualitätsmonitoring 2000", bei der die "ZiB 1" und die politischen Magazine des ORF untersucht wurden. Das faktische Ergebnis: Der Anteil der Politik in der "Zeit im Bild 1" betrug im Jahr 2000 55 Prozent. Dieser Anteil pendelte sich damit auf dem Niveau des Jahres 1998 ein. Der höchste Wert wurde 1999 mit 59 Prozent erhoben. Grund dafür war damals die verstärkte Auslandsberichterstattung rund um den Balkankonflikt. Bei den Magazinen lag der ORF in Sachen Politik-Anteil und Themenvielfalt im Vergleich mit Konkurrenzsendern öffentlich-rechtlicher und kommerzieller TV-Sender im Untersuchungszeitraum voran.

Hoher Politikanteil durch Regierungsbildung und EU-Sanktionen

Der Anteil der österreichischen Innenpolitik stieg aufgrund der gegenständlichen aktuellen Situation (Regierungsbildung, EU-Sanktionen) von 32 Prozent (1999) auf 45 Prozent (2000). Da zahlreiche innenpolitische Themen auch hohe außenpolitische Wirkung hatten, stieg in diesem Vergleichszeitraum gleichzeitig der Anteil der EU- bzw. Europapolitik von 10 auf 18 Prozent.

Auffallend ist dabei die Gewichtung der "Headlines", also der "Spitzenmeldungen" der "ZiB 1": Bei einem bereits erwähnten Gesamtanteil von 55 Prozent betrug der Anteil an "Headlines" zum Thema Politik 70 Prozent. Umgekehrt proportional verhielt es sich dagegen bei Chronik-"Headlines": 16 Prozent Meldungen standen nur 15 Prozent "Headlines" gegenüber. Auch hier zeigt sich, welchen großen Stellenwert die "ZiB 1" dem Bereich Politik einräumt.

Kulturberichterstattung vor Chronik

Zugenommen hat 2000 im Vergleich zu 1999 der Anteil von chronikaler Berichterstattung von 11 auf 16 Prozent. Gründe dafür waren unter anderem die Berichterstattung über Kaprun und das Lawinenunglück in Osttirol. Dennoch lag die Chronik damit noch immer hinter der Kulturberichterstattung (17 Prozent).

Meldungsanteil der "ZiB 1" im Jahr 2000 nach Themenbereichen:

Politik 55 Prozent
Kultur 17 Prozent
Chronik 16 Prozent
Wirtschaft 7 Prozent
Wissenschaft/Forschung 3 Prozent
Sport 1 Prozent

Verändert hat sich im Jahr 2000 die Standardstruktur der "Zeit im Bild 1". Erfolgte 1999 der Hinweis auf "Sport" und "Seitenblicke" am Ende der Sendung noch mit Bildbeitrag, so war das 2000 nicht mehr der Fall. Diese Änderung kam dem Meldungsteil zugute. Das bedeutet ein Plus an Information anstelle von Promotion.

Politische Magazine: "Report", "Report international" führend

Im Rahmen des Qualitätsmonitoring 2000 wurden von Fessel-GfK auch politische Magazine des ORF ("Report", "Report international") und Konkurrenzsendungen öffentlich-rechtlicher (ARD: "Euro-Blick", "Fakt", "Monitor", ZDF: "Frontal", "Kennzeichen D", "Auslandsjournal") und kommerzieller TV-Stationen (RTL: "Spiegel TV", Pro7: "Focus TV") untersucht. Auch hier fällt das Ergebnis zugunsten des ORF aus: Kommerzielle Anbieter hatten in ihren politischen Magazinen im Jahr 2000 keinen Politik-Anteil. Der Schwerpunkt lag eindeutig im chronikalen Bereich. Bei den öffentlich-rechtlichen Anbietern hingegen lag der Schwerpunkt in der Politikvermittlung. Den höchsten Anteil hatte dabei der ORF-"Report" mit 76 Prozent vor "Kennzeichen D" (ZDF) mit 63 Prozent und dem "Monitor" (ARD) mit 58 Prozent. Die größte Themenvielfalt bei den Auslandsmagazinen weist der "Report international" auf, der auch den höchsten Politik-Anteil bietet. Dahinter folgen das ZDF-"Auslandsjournal" und der ARD-"Euro-Blick".

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