Wanderbares Österreich in Gefahr: VAVÖ fordert 50 Millionen Schilling pro Jahr für Schutzhüttenerhaltung

Wien (SK) "Für die alpinen Vereine Österreichs stehen die Zeichen auf Sturm", sagte Naturfreunde-Präsident Heinz Fischer am Sonntag anlässlich der Abschlussveranstaltung der Internationalen Vereinigung der alpinen Vereine in Altenmarkt (Salzburg). Die öffentliche Förderung für Schutzhütten solle allem Anschein nach gekürzt oder gar gestrichen werden. Die Schließung von Schutzhütten und die Nichtbetreuung von Wegen wären die Folge, so Fischer gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Alle Marktforschungsergebnisse würden zeigen: Rund drei Viertel der ausländischen und inländischen Urlaubsgäste geben als Hauptaktivitäten Wandern, Bergsteigen und Spazieren gehen an und benützen die von den alpinen Vereinen geschaffene und instand gehaltene Infrastruktur. An die drei Mio. Menschen besuchen pro Jahr zumindest eine Schutzhütte, und ein Mehrfaches tummelt sich auf den betreuten, markierten Wegen und verlässt sich auf dieses unverzichtbare Sicherheitsnetz im Gebirge.

"Die Erhaltung der alpinen Infrastruktur kann nicht allein Aufgabe der alpinen Vereine sein", betonte der Nationalratspräsident und Vorsitzender der Naturfreunde Österreich Heinz Fischer am Sonntag, anlässlich der Generalversammlung der UIAA (Union Internationale des Associations d'Alpinisme) in St. Johann im Pongau, die im Vorfeld des von der UNO für das Jahr 2002 ausgerufenen "Internationalen Jahres des Berges" stattfand. "540 Hütten und mehr als 50.000 km Wege bilden das Rückgrat des österreichischen Bergtourismus, sind also Teil der Tourismusmarke Österreich."

Ohne Pflege und Erneuerung verfallen Wege innerhalb von drei Jahren, Hütten innerhalb von 20 Jahren. Die Erhaltung des Hütten- und Wegenetzes schlage daher jährlich mit an die 170 Mio. Schilling zu Buche. Nicht einmal ein Fünftel davon komme von der öffentlichen Hand, etwas mehr als ein Drittel erwirtschaften die Schutzhütten. Der Rest werde mit den Beiträgen der insgesamt 436.000 Mitglieder der alpinen Vereine und vor allem durch unentgeltliche, ehrenamtliche Tätigkeit abgedeckt, unterstrich Fischer.

"Es gilt nunmehr, dieses Engagement der Ehrenamtlichen abzustützen und volkswirtschaftlichen Schaden für Österreichs Tourismuswirtschaft abzuwenden", unterstrich Friedrich Macher, Präsident des Verbandes alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ), des zweitstärksten Mitglieds der UIAA. "Dazu ist unbedingt erforderlich, dass die öffentliche Hand auch in Hinkunft einen berechenbaren, langfristig planbaren Beitrag leistet."

Fließen in Zukunft zu wenige oder keine öffentlichen Mittel, hätte das fatale Folgen: Rund ein Drittel der Hütten würden schließen müssen, und auf Tausenden Kilometern Wanderwegen wäre die Sicherheit und Begehbarkeit nicht mehr gewährleistet. Abgesehen davon wären zig Arbeitsplätze im Tourismus und auf den Schutzhütten gefährdet. Die Hütten allein beschäftigen insgesamt 1560 Mitarbeiter; die öffentliche Förderung pro Posten beträgt derzeit an die 16.000 Schilling ein kleiner Prozentsatz dessen, was an Abgaben und Steuern abgeführt wird.

Um die alpine Infrastruktur auch in Zukunft sichern zu können, brauchen die alpinen Vereine Österreichs eine jährliche Unterstützung von mindestens 50 Mio. Schilling (25 Mio. vom Bund, 25 Mio. von den Ländern), und zwar wertgesichert für die nächsten zehn Jahre. "Die zuständigen Ministerien sollen nun endlich grünes Licht für Verhandlungen geben", forderte Fischer. Die bisherige öffentliche Förderung der Schutzhütten sei ohnehin nur eine unzureichende Abgeltung für die Leistungen der Vereine gewesen, so Fischer, der ankündigte, dass sich Naturfreunde, Alpenverein, Österr. Touristenklub und alle anderen alpinen Vereine, gemeinsam und mit großem Nachdruck, gegen eine finanzielle Aushungerung zur Wehr setzen werden. (Schluss) ns/mp

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