Brauner gratuliert zu 20 Jahre "Frauen beraten Frauen"

Politische Selbstdefinition und ausdrückliche Parteinahme zeichnen Wiener Frauenberatung aus

Wien, (OTS) Am Freitag feierte Wiens älteste Frauenberatungseinrichtung unter dem Motto "Frauen denken nach wie vor - 20 Jahre Frauen beraten Frauen" den zwanzigsten Geburtstag. Gastgeberin und Gratulantin im Wappensaal des Wiener Rathauses ist Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner. Die Laudatio hielt die ehemalige Frauenministerin Johanna Dohnal.****

In ihren Eröffnungsworten wies Brauner auf die widersprüchliche Situation von Frauen hin: "Das Selbstbewusstsein der Frauen ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen, die Qualifikation von Frauen hat sich erheblich verbessert und die Berufstätigkeit ist heute für die meisten Frauen eine Selbstverständlichkeit. Dennoch ist das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Frauenpolitik nicht ausreichend in der Öffentlichkeit verankert. Gerade jetzt ist Frauenpolitik unverzichtbar." Brauner äußerte Kritik an Sozialminister Haupt, der durch seine jüngsten Aussagen in der Zeitschrift "Wienerin" erneut ein sehr rückständiges Frauenbild beschworen habe. Die derzeitige Bundesregierung habe in den vergangenen Monate zahlreiche negative Maßnahmen gegen Frauen gesetzt. "Die Einführung eines Kinderbetreuungsgeld bei gleichzeitiger Streichung der Kindergartenmilliarde lässt nur den einen Schluss zu, dass die Regierung die Frauen zurück nach Hause schicken möchte", kritisierte die Frauenstadträtin. Sie werde alles unternehmen, um in Wien Rahmenbedingungen zu schaffen, die Frauen auch weiterhin ein eigenständiges Leben ermöglichen würden, versprach Brauner.

Der Frauenberatungsstelle "Frauen beraten Frauen" dankte Brauner vor allem für deren eindeutige Parteinahme. Sie bezeichnete die Frauenberatung als hochpolitische Organisation. "Psychische und soziale Probleme von Frauen werden konsequent mit den gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen sie arbeiten und leben, verknüpft. Das Spezialwissen der Beraterinnen über Sozialisation und Lebenssituation von Frauen macht ‚Frauen beraten Frauen’ zu einer ganz besonders wichtigen Institution", bedankte sich Brauner bei den beiden Gründerinnen der Frauenberatung Margot Scherl und Marion Breiter sowie dem gesamten Team.

Johanna Dohnal betonte in ihrer Laudatio ihren Stolz auf historische Errungenschaften der Frauenbewegung. Frauenpolitik habe in den vergangenen Jahrzehnten vieles zum Positiven verändert und das traditionelle patriarchalische Geschlechterverhältnis radikal in Frage gestellt. Es gelte aber nach wie vor, sich gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, gegen sexuelle Ausbeutung und gegen ungerechte Bezahlung zur Wehr zu setzen. Zur derzeitigen Situation der Frauen in Österreich sagte Dohnal: "Durch die Evaluierung von Fraueneinrichtungen nach geheimnisvollen Kriterien, werden kritische Frauen vom zuständigen Minister wieder auf hintere Plätze verwiesen und an die politische Leine gelegt. Dabei geht es auch sehr stark darum, Frauen zu demütigen und ihnen ihre Hilflosigkeit zu demonstrieren." (Schluss) hk

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Heidemarie Kargl
Tel.: 4000/81840
Handy: 0664/140 96 86
e-mail: kar@gif.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK