ÖAMTC-Vorschlag zur zukünftigen "Pickerlregelung"

Berichtigung im zweiten Absatz muss es wie folgt richtig heißen:

Immerhin knapp jeder zweite ein- bis dreijährige Pkw, der das Pickerl nicht schaffte, hat einen Mangel am Bremssystem.

KORRIGIERTE WIEDERHOLUNG

ÖAMTC-Vorschlag zur zukünftigen "Pickerlregelung"

Utl.: Schlüsse aus Mängelstatistik rechtfertigen "Pickerl light" im zweiten Jahr

Wien (ÖAMTC-Presse) - Heftige Diskussionen löste der jüngste Vorschlag von Vizekanzlerin Riess-Passer aus, die bisher jährlich vorgeschriebenen Prüfintervalle für die § 57a Begutachtung für Neuwagen erst nach drei Jahren vorzusehen. Während einige Organisationen diesen Lockerungsvorschlag reflexartig abgelehnt haben, hat der ÖAMTC - mit über 600.000 Pickerlüberprüfungen jährlich - immerhin die größte Prüfstelle des Landes - eine exakte Mängelstatistik erstellt. "Erst auf Basis dieser Daten ist es möglich, einen sachlich fundierten Vorschlag zu formulieren, wieweit die Prüfintervalle gelockert werden können, ohne die Verkehrssicherheits- oder Umweltstandards zu gefährden", stellt Karl Obermair, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung fest.

Von den 40.000 im Jahr 2001 vom ÖAMTC überprüften ein- bis dreijährigen Pkw und Kombis weisen insgesamt immerhin knapp 10 Prozent der Fahrzeuge so gravierende Mängel auf, dass das Pickerl nicht ausgestellt werden konnte. An erster Stelle der Mängelliste finden sich defekte Bremsen, z.B. ungleich, in eine Richtung ziehende Bremsen oder sogar angerostete Bremsscheiben. Immerhin knapp jeder zweite ein- bis dreijährige Pkw, der das Pickerl nicht schaffte, hat einen Mangel am Bremssystem.

Fast jedes dritte Fahrzeug, das beim Pickerl durchfiel, wies defekte Stoßdämpfer, Schäden an Lenkung und Radaufhängung auf. Defekte, die damit Rang zwei auf der Mängelliste einnahmen.

Betreffen die ersten beiden Mängelgruppen primär die Verkehrs-bzw. die Betriebssicherheit eines Fahrzeugs, so rangiert an dritter Stelle bereits das Thema Umwelt. Bei etwa jedem fünften abgewiesenen Fahrzeug wurden um ein vielfaches erhöhte Abgaswerte festgestellt. "Diese Mängel darf man vom Stellenwert her nicht unterschätzen, immerhin können zwei bis drei Prozent der Fahrzeuge mit defekter Abgasreinigung fast genauso viele Schadstoffe emittieren wie die Hälfte des gesamten Fahrzeugbestandes", warnt Obermair.

Angesichts der vorliegenden Ergebnisse schlägt der ÖAMTC folgende Regelung für die zukünftige Gestaltung der § 57a Begutachtung vor:

1. Bei neuen Pkw und Kombis könnte man im ersten Jahr auf das Pickerl verzichten, weil nur etwa 1,5 Prozent aller Neuwagen gröbere Mängel aufweisen.

2. Im zweiten Jahr wäre nach Ansicht des Clubs auch ein "Pickerl light" ausreichend. Konkret müsste man nicht unbedingt den vollen Umfang der Pickerlüberprüfung vorsehen, sondern einen kurzen Sicherheits- und Abgas-Check der sich auf die häufigsten der festgestellten Mängel konzentriert.

3. Erst nach drei Jahren sollte dann - so wie bisher auch - der volle Umfang der Pickerlüberprüfung jährlich zur Anwendung kommen.

4. Aus Sicherheits- und Umweltgründen sollte diese Lockerung der Prüfintervalle nur für jene Pkw und Kombis gelten, die jährlich weniger als 40.000 Kilometer als Fahrleistung aufweisen. Bei Fahrzeugen mit höherer jährlicher Kilometerleistung treten zum Beispiel verschleißbedingte Mängel viel häufiger auf. Daher muss für diese Gruppe, so wie bisher auch, eine Pickerlüberprüfung einmal pro Jahr vorgeschrieben bleiben.

"Angesichts des ständigen technischen Fortschritts vor allem bei Neuwagen ist ein solcher erster Schritt der Lockerung der Prüfintervalle sachlich vertretbar. Ob man schon in einigen Jahren die Prüfintervalle noch weiter ausdehnen kann, sollte man nicht von Mutmaßungen, sondern von den technischen Fakten der geprüften Fahrzeuge abhängig machen", führt Obermair, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung aus.

(Schluss)
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