Prammer zu Haupt: Ausweg aus der Geschlechterkrise nur durch Förderung der Frauenerwerbstätigkeit

Wien (SK) "Der richtige Weg zum gegenseitigen Verständnis der Geschlechter kann es nicht sein, Frauen noch mehr umzuhängen", deponierte heute SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer in einer Replik auf die in der Tageszeitung "Der Standard" kolportierte gestrige Veranstaltung der Männerabteilung des Sozialministeriums. Prammer forderte sowohl die Übernahme ihres Teils der familiären Versorgungsarbeit durch die Männer ein, als auch die Förderung der Berufstätigkeit der Frauen. ****

"Den Männern kann nur durch das Aufzeigen der familiären und beruflichen Benachteiligung der Frauen das Gefühl des Zu-kurz-gekommen-seins genommen werden", erklärte Prammer am Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Nach wie vor hätten Männer und Frauen sehr unterschiedliche Lebenswelten, in denen sich Männer subjektiv benachteiligt fühlen mögen. "Allerdings nur, wenn man ihnen die nach wie vor vorhandene Doppel- und Dreifachbelastung der Frauen nicht vor Augen führt."

Der Ausweg aus diesem Dilemma der persönlichen Betroffenheiten könne nur per Frauenförderung funktionieren. "Und sicher nicht durch das Ignorieren der vorhandenen Strukturen von Macht und Einfluss sowohl im Beruf, als auch in der Familie." So wären Frauen durch Arbeitslosigkeit schon deshalb definitiv mehr betroffen als Männer, weil die Arbeitslosenzahlen - Dunkelziffern nicht eingerechnet - weit höher sind, als bei den Männern. "Forcierung von AMS-Maßnahmen, des Wiedereinstiegs nach der Karenz, und bessere Ausbildungen für Frauen sind daher die richtigen Ansätze. Und nicht die Zurück-an-den-Herd-Politik der Regierung", betonte Prammer.

Zu den gestern erörterten angeblichen Benachteiligungen von Männern im Scheidungsfall erklärte Prammer abschließend gelassen: "Den Männeranwalt Tews zu kommentieren hieße Wasser in die Donau gießen. Seine Einstellung ist hinlänglich bekannt. Allerdings ist zu bedenken, dass es immer noch vor allem die Frauen sind, die durch eine Scheidung in echte Existenzkrisen schlittern, was bei den Männern weit seltener der Fall ist." (Schluss) se/mm

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