FCG/GPA: Kooperation GPA und Metaller

FCG/GPA: Trausznitz - Chance für unsere FCG

Wien (OTS) - Günther Trausznitz, Bundesgeschäftsführer-Stv. sieht die am 8. Oktober 2001 beschlossene engere Kooperation der Gewerkschaft der Privatangestellten und der Gewerkschaft Metall-Textil - mit dem Ziel einer Neugründung einer Gewerkschaft -als Chance für die FCG. Dazu eine kurze chronologische Darstellung der Ereignisse.

Das Präsidium der Gewerkschaft der Privatangestellten hat am 19. September 2001 sehr ausführlich die Zukunft der GPA diskutiert. Arbeitsprogramme, Budget, aber auch die Organisationsreform des ÖGB waren einige Schwerpunkte der Tagesordnung. Daraus resultierend wurden Gespräche mit Partnern im ÖGB aufgenommen und weitere Schritte in die Wege geleitet.

Der Bundesvorstand der GPA hat sich am 8. Oktober 2001 auch in fraktionellen Beratungen ebenfalls intensiv mit der ÖGB-Reform befasst. Verschiedene Modelle zur künftigen Gewerkschaftsstruktur wurden beraten und danach EINSTIMMIG folgender Beschluss gefasst:

Das Präsidium der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) wird ermächtigt, eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft Metall-Textil (GMT) zu unterzeicnen, die Folgendes beinhaltet:

GPA und GMT bekunden ihre grundsätzliche Bereitschaft, ab sofort in allen Bereichen der Gewerkschaftspolitik und der organisation zu kooperieren. Ziel ist die Gründung einer völlig neuen, starken und modernen Gewerkschaft. Diese neue Gewerkschaft erfüllt alle kriterien eine mitglieder-, organisations- und finanzstarken Gewerkschaft im Sinne der Beschlusslage zur ÖGB-Reform und verwirklicht damit auch das Prinzip einer gewerkschaftlichen Betreuung pro Betrieb.

Diese Kooperation wurde mit dem Ziel vereinbart, eine völlig neue, starke und mitgliederorientierte Gewerkschaft zu bauen - es wurde keine Fusion beschlossen. Bis dieses Ziel erreicht und umgesetzt ist, sind viele Zwischenschritte notwendig und die Einbindung möglichst vieler Funktionäre/innen sowie hauptamtlicher Mitarbeiter/innen Voraussetzung.

Das Gesamtdesign für diesen Prozess sowie wesentliche Positionierungen zu wichtigen Fragen werden Anfang 2002 im Rahmen eines außerordentlichen Bundesvorstandes vorgelegt. Der Bundesvorstand der GPA hat darüber hinaus beschlossen, dass für die Beschlussfassung dieser Positionierungen und für das Prozessdesign eine Dreiviertel-Mehrheit im Bundesvorstand notwendig ist - die FCG stellt knapp 28% (normalerweise genügen aufgrund der Geschäfts- und Wahlordnung einfache Mehrheiten). Durch solch qualifizierte Mehrheiten sind nächste Schritte sicher möglich.

Viele verschiedene Modelle wurden in den vergangenen Jahren diskutiert und teilweise sogar beschlossen sowie z.B. das Drei-Säulen-Modell beim letzten ÖGB-Kongress. Aber auch alle anderen Modelle hätten eine "Filetierung" der GPA und eine Schwächung unserer Fraktion zur Folge gehabt. Einzige Ausnahme - eine Fusion mit der Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD). Diese Vorangsweise hätte allerdings "nur" fraktionell eine Stärkung bedeutet (Richtungsgewerkschaft?), so Trausznitz.

Jede "Verschickung" von Mitgliedern von einer zur anderen Gewerkschaft führt zu massiven Mitgliederverlusten, wie uns das letzte Beispiel der verdi in Deutschland gezeigt hat.

Durch diese Kooperation - mit dem Ziel der Neugründung einer Gewerkschaft für Arbeitnehmer/innen in der Privatwirtschaft - haben wir jetzt schon viel bewegt. Die Mitglieder der GPA gehen als Einheit - gemeinsam mit den Mitgliedern der GMT, Druck und Papier und möglicherweise auch mit der Agrar-Nahrung-Genuss (ANG) in eine gemeinsame Zukunft. Die starke Fraktion der christlichen Gewerkschafter in der GPA wird mit den Sympathisanten der anderen Fachgewerkschaften noch enger kooperieren und gemeinsam neue Wege beschreiten. Die Überparteilichkeit des ÖGB bleibt gewahrt - ein starker Partner mit der GÖD steht uns zur Seite.

Ergänzend möchte ich noch hinzufügen, dass:

- es bei der AK-Wahl einen gemeinsamen Wahlkörper Arbeiter/Angestellte gibt

- es Arbeitsverhältnisgesetz /AVHG) für Arbeitnehmer (Arbeiter und Angestellte) bereits in Ausarbeitung ist

- gemeinsame Betriebsratskörperschaften bereits Realität sind

- die 59. ASVG-Novelle bevor steht und die Zusammenlegung von Versicherungsangestellten angedacht ist

- gemeinsame Kollektivvertragsverhandlungen nicht nur im Bereich der Industrie und Gewerbe Realität sind.

All das und vieles mehr haben das Präsidium der FCG/GPA sowie die Bundesvorstandsmitglieder aller Fraktionen veranlasst, dieses gewaltige Zeichen zu setzen. Nicht mit Euphorie, aber mit Sachkenntnis, Mut und verbunden mit dem ehrgeizigen Ziel, die Mitglieder unserer GPA in eine möglichst sichere Zukunft zu führen. Auf diesem Weg werden wir mitgestalten, achtsam sein und - wenn nötig - unser Veto einsetzen, schließt Trausznitz.

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FCG/GPA
Gabriele Mraszek
Tel.: 0676/817 111 395,
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