Positiver Milch-Außenhandel im 1. Halbjahr 2001

VÖM: Exporte von Milchprodukten konnten um 25 % gesteigert werden

Wien, 12. Oktober 2001 (AIZ). - Der milchwirtschaftliche Außenhandel Österreichs hat sich im ersten Halbjahr 2001 sehr erfreulich entwickelt: Die Exporte der Molkereibetriebe an Milch und Milchprodukten konnten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 25 % auf einen Wert von ATS 3,758 Mrd. gesteigert werden. Bei den Importen ergab sich eine Zunahme um 16 % auf ATS 2,087 Mrd. Daraus resultierte ein positiver Saldo im Milch-Außenhandel von ATS 1,67 Mrd. Dies berichtet die Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) unter Berufung auf vorläufige Zahlen der Statistik Austria. In den letzten vier Jahren ergab sich eine kontinuierliche Zunahme des Außenhandelsvolumens bei Milch, wobei die Exporte seit 1997 (jeweils im 1. Halbjahr) wertmäßig um 157 % erhöht werden konnten, während die Importe nur um 53 % zulegten. ****

Der überwiegende Teil (98 %) der österreichischen Ausfuhren an Milch(produkten) im ersten Halbjahr 2001 fand Abnehmer innerhalb der Europäischen Union. Auch 89 % der entsprechenden Importe kamen aus der EU. In Drittländer wurden nur 2 % der Milchprodukte geliefert und 11 % der Importe stammten aus diesen Ländern.

Höhere Preise im Export erzielt

Aus einer Erhebung der Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter geht hervor, dass von den gesamten milchwirtschaftlichen Exporten in der ersten Jahreshälfte rund 357.000 t (+1 % gegenüber Vorjahreszeitraum) auf flüssige Milch (Vollmilch, Verarbeitungsmilch, Magermilch) sowie Rahm entfielen. Sie wurden praktisch zu 100 % in EU-Länder geliefert. Der Wert dieser Produkte erhöhte sich um 19 % auf ATS 1,79 Mrd., diese Steigerung resultiert aus dem Umstand, dass die erzielten Preise im Schnitt um 18 % über dem Vorjahresniveau lagen.

Weitere rund 2.500 t eingedickte Milch (beziehungsweise Milch in Pulverform) im Wert von ATS 96 Mio. finden sich ebenso in der Exportstatistik wie 28.300 t Buttermilch und Joghurt im Wert von ATS 337 Mio. Dazu kamen 40.000 t Molke, für die ATS 111 Mio. erlöst werden konnten. In allen Fällen nahm der Produktwert deutlich stärker zu als die exportierten Mengen, die Durchschnittspreise erhöhten sich zum Teil um 50 %.

Starke Zunahme der Käseexporte

Sehr erfreulich war im ersten Halbjahr die Situation bei Käse und Topfen: Hier ergab sich bei den Ausfuhren eine Mengensteigerung um 21 % auf 25.900 t und mit ATS 1,36 Mrd. ein wertmäßiges Plus von 28 %. Der Großteil der Käselieferungen (93 %) war für EU-Staaten bestimmt. Während die Butterexporte mengenmäßig im Halbjahresvergleich um 8 % auf 1.130 t reduziert wurden, ergab sich durch die um 11 % gestiegenen Durchschnittspreise eine Erhöhung des Exportwerts um 3 % auf ATS 68 Mio.

Milchimporte: Preise gesunken

Auf der Einfuhrseite ergaben sich in der ersten Jahreshälfte generell kleinere Steigerungen beziehungsweise Rückgänge: Die Importe an flüssiger Milch (Vollmilch, Verarbeitungsmilch, Magermilch) sowie Rahm sanken um die Hälfte auf rund 5.000 t, deren Wert machte ATS 66,7 Mio. aus. Annähernd gleich blieben die Einfuhren von Milch und Rahm in eingedickter Form beziehungsweise Pulverform mit 7.200 t. Bei Buttermilch ergab sich ein Ansteig der Importe um 6 % auf 16.000 t. Bei Molke wurde eine mengenmäßige Zunahme von 31 % auf 5.400 t und ein Wertzuwachs um 6 % auf ATS 37 Mio. erhoben.

Höher war der Anstieg der Butterimporte, sie nahmen um 50 % auf 3.530 t zu, wobei jedoch auf Grund verringerter Preise ein Anstieg des Importwerts von nur 36 % auf ATS 136 Mio. registriert wurde. Um 14 % auf 30.900 t stiegen die Einfuhren von Käse und Topfen an. Auf Grund gleich bleibender Preise nahm deren Wert um den selben Prozentsatz auf ATS 1,36 Mrd. zu.

VÖM: Export als Schrittmacher für Milchwirtschaft

Der Export habe gewissermaßen die Schrittmacherfunktion für die heimische Milchwirtschaft übernommen, stellt die VÖM zu den erfreulichen Außenhandelszahlen fest. Es sei in den letzten Jahren zunehmend gelungen, höherpreisige Produkte zu exportieren, gleichzeitig seien bei Importerzeugnissen zum Teil rückläufige Preise festgestellt worden. Die positive Entwicklung des Milch-Außenhandels ermögliche es auch, den - durch BSE und MKS-Krise beeinträchtigten - Rinderhaltern höhere Milchpreise zu zahlen. (Schluss) kam

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