Kongress Essstörungen 2001 - 9. Internationale wissenschaftliche Tagung - BILD (web)

18. -20. Oktober 2001 Congress Centrum Alpbach / Tirol

Innsbruck (OTS) - Essstörungen sind in der industrialisieren Welt in den letzten 50 Jahren stark im Zunehmen. Eine fachliche fundierte Auseinandersetzung mit Essstörungen ist deshalb von größter Wichtigkeit.

Die vom Netzwerk Essstörungen in Innsbruck heuer bereits zum 9. mal unter der wissenschaftlichen Leitung von Ass.Prof. Dr. Günther Rathner organisierte internationale wissenschaftliche Tagung hat sich mittlerweile im deutschsprachigen Raum zum größten regelmäßig stattfindenden Kongress zum Thema Essstörungen entwickelt.

Ziel ist es, den Dialog zwischen Fachleuten, WissenschaftlerInnen und BehandlerInnen einerseits und Betroffenen und deren Angehörigen andererseits zu ermöglichen und fördern: sämtliche Vorträge, Workshops und Seminare sind auch für Betroffene, ehemalig Betroffene und Angehörige zugänglich.

Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass sich auch bei Essstörungen die Tendenz hin zu einer allgemeinen Psychotherapie mit störungsspezifischen Elementen erkennen lässt. Rathner: "Keine Psychotherapiemethode ist der anderen überlegen. Die entscheidende Frage der Psychotherapie-forschung lautet für Essstörungen wie auch bei anderen psychogenen Erkrankungen: Welche Methode ist passend und effektiv für welche PatientIn in welcher Phase der Erkrankung mit welcher TherapeutIn? Der Prozess des sogenannten 'Matchings' gewinnt immer mehr an Bedeutung."

Dieses Jahr wird die Unterstützung der Angehörigen zu einem der Hauptthemen:

Als eine der Hauptvortragenden konnte Prof. Janet Treasure, St. Thomas Medical School in London, u.a. auch Buchautorin von:
"Gemeinsam die Magersucht besiegen" und (zusammen mit Ulrike Schmidt) "Die Bulimie besiegen" (beide Bücher sind im Campus-Verlag erschienen) gewinnen, die seit vielen Jahren an der Abteilung für Essstörungen am weltberühmten Maudsley Hospital und am Institut für Psychiatrie der Universität London einschlägig tätig ist und dort ihre Forschungsarbeit diesem Thema widmet. Sie setzt sich mit der grundlegenden Frage auseinander, was für eine Art Krankheit Magersucht eigentlich ist. In ihrem Workshop befasst sie sich mit der Frage, welche Unterstützung Angehörige von Essgestörten, die einer großen Belastung ausgesetzt sind, benötigen.

Weiters wird Robert Palmer, Herausgeber des European Eating Disorders Reviews und Vorstand der Spezialabteilung für Essstörungen am Leicester General Hospitals, einer der Hauptredner beim Kongress in Alpbach sein. Er befasst sich mit den Problemen und Schwierigkeiten, Menschen mit Essstörungen sowie deren Angehörigen wirkliche Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen. Palmer führt an seiner Klinik spezielle Therapieprogramme für ambulante PatientInnen durch. Diese neue Behandlungsmethode wird Gegenstand seines Workshops am Samstag, 20. Oktober, sein.

Inhaltlich wird das Spektrum dieser Tagung auch heuer wieder breit gefächert sein:

- gesellschaftlichen und soziokulturellen Ursachen für die Entstehung von Essstörungen

- geschlechtsspezifische Aspekte (z.B. Körperbilder bei Frauen / bei Männern)

- Essstörungen bei Säuglingen und Kleinkindern - Erfahrungen eines Schwerpunktzentrums

- neue Therapieansätze

- Erfahrungen in Selbsthilfegruppen (z.B. Elterngruppen, themenspezifische Foren im Internet)

Wissenschaftliche Leitung:
Ass-Prof. Dr. Günther Rathner, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck,
e-mail: guenther.rathner@uibk.ac.at
Tel.: 0664 - 39 66 700

Für JournalistInnen ist die Teilnahme am Kongress kostenlos. BITTE VORMERKEN:
Pressekonferenz Freitag, 19.10.2001 um 11.30 Uhr, Congress Centrum Alpbach

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Elisabeth Grabner-Niel,
Netzwerk Essstörungen,
Fritz-Pregl-Str. 5, 6020 Innsbruck,
Tel&Fax: 0512 / 57 60 26,
e-mail: netzwerk-essstoerungen@uibk.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS