Kanovsky-Wintermann sieht im Grünen Bericht noch keinen Grund zum Jubeln

Wien, 2001-10-11 (fpd) - In der heutigen Sitzung des Bundesrates stand auch der Grüne Bericht auf der Tagesordnung. Für die Kärntner FPÖ-Bundesrätin, Dr. Renate Kanovsky-Wintermann, könne man dem Bericht zwar schon positive Tendenzen entnehmen, eine wirklich nachhaltige Verbesserung für die Situation der österreichischen Bauern sei aber noch nicht in Sicht.****

"Erstmals seit 1995 sind die bäuerlichen Einkommen im Jahr 2000 zwar gestiegen, die Einkommensverluste aus dem Zeitraum 1996 bis 1999 konnten aber noch lange nicht wettgemacht werden", betonte Kanovsky-Wintermann. Daraus resultiere natürlich auch die weitere Abwanderung der Beschäftigten aus der Landwirtschaft. Eine Konzentration auf unsere Biobetriebe sei in jedem Fall ein richtiger Schritt, da es in diesen Bereichen die geringsten Rückgänge an Betrieben gegeben habe , so Wintermann.

Ein großes Problem in der Land- und Forstwirtschaft ortet die freiheitliche Bundesrätin auch darin, daß ein Drittel der regelmäßig in diesem Bereich Beschäftigten Frauen seien! Dies sei insofern problematisch, da laut einer Gesundheitsbefragung im Jahr 2000 45% dieser Frauen angaben von der Arbeit überfordert zu sein, zeigt sich Kanovsky-Wintermann besorgt. Hier könne man erkennen, wie eng die Landwirtschaft mit der sozialen Sicherheit verbunden sei und wie wichtig in diesem Zusammenhang auch die Einführung des Kindergeldes war, weil hier erstmals auch die Bäuerinnen in den Genuß einer finanziellen Unterstützung für die Kinderbetreuung kämen, so Wintermann.

"Die verschwundenen Fördergelder der EU, 1998 57 Mrd. Schilling und 1999 69 Mrd. Schilling, wären hier äußerst sinnvoll eingesetzt gewesen. Für das Jahr 2000 wird mit einer Summe von mehr als 70 Milliarden Schilling gerechnet, die irgendwo in Europa versickert. Wenn man diese Summen in eine vernünftige Neustrukturierung der landwirtschaftlichen betriebe investieren würde, könnte der Sprung zu einer Gesundung der ländlichen Strukturen und Betriebe geschafft werden", gibt sich die Kärntner Bundesrätin überzeugt.

Kanovsky-Wintermann fordert ein vermehrtes Eintreten für die Förderung bäuerlicher Qualitätsprodukte. Dies könne zum Beispiel durch die Schaffung von Bio-Regionen geschehen. Insgesamt müsse für die Erhaltung des ländlichen Raumes und der Pflege der Landschaft, also auch für die landwirtschaftlichen Betriebe, erheblich mehr investiert werden. "Anstatt der Förderung von Anbauflächen sollte vielmehr Augenmerk auf die Förderung von Biodiesel als erneuerbare Energie oder die Förderung von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft gelegt werden, denn nur so könne man einer Verarmung und damit einem langsamen aber stetigen Bauernsterben entgegen wirken", schloß Kanovsky-Wintermann.(Schluß)

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