Vorlehre: AMS betreibt Falschinformation

Einseitige Darstellung der Vorlehre kann Jugendlichen die Zukunft verbauen

Salzburg (ÖGJ). "Die Vorlehre als echte Alternative anzupreisen, ist nichts weiters als eine Falschinformation und noch dazu eine gefährliche", erklärt Daniel Mühlberger, Jugendsekretär der Salzburger Gewerkschaftsjugend. "In seiner heutigen Pressekonferenz hat der Salzburger AMS-Chef Buchinger nichts anders getan, als die Vorlehre schönzureden und die Auswirkung für die Jugendlichen jedoch verschwiegen."++++

"Weder hat er erwähnt, dass die Vorlehre auf bis zu drei Jahre ausgedehnt werden kann, der Jugendliche aber alle drei Jahre nur die Lehrlingsentschädigung des ersten Lehrjahres bekommt, noch dass ein Jugendlicher nach der Vorlehre keinerlei abgeschlossene Berufsausbildung hat", so Mühlberger weiter. "Dazu werden auf eine nachfolgende Lehre nicht mehr als sechs Monate angerechnet und der Vorlehrling hat eine Probezeit von sechs Monate. Dem Unternehmer bietet dies bequem die Möglichkeit, den Jugendlichen nach Bedarf einzustellen und nach der Saison ohne Probleme wieder auf die Straße zu setzen. Vor diesem Hintergrund über einen Vorteil für die Jugendlichen zu sprechen, ist schlicht und einfach unwahr", so der Jugendsekretär.

"Die Vorlehre ist nichts anderes als eine dreijährige Ausbildung zum qualifizierten Hilfsarbeiter", so Peter Eder, Salzburger Sekretär der Gewerkschaft Metall-Textil. Und profitieren, so Eder, würden allein die Unternehmer. "Durch die finanziellen Förderungen der Vorlehre durch das AMS von bis zu 4.000 Schilling monatlich kommen Vorlehrlinge dem Betrieb nicht nur sehr billig, der Unternehmer hat auch kaum ein Risiko." Und Eder abschließend: "Welche berufliche Zukunft Jugendlichen in Österreich droht, wird klar, wenn jetzt bekannt wird, dass das AMS gemeinsam mit der Wirtschaftskammer bereits die Werbetrommel für eine Ausbildung zum Hilfsarbeiter rührt." (aw)

ÖGB, 11. Oktober 2001
Nr. 838

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