Universität Wien: Leitung hat sehr wohl reagiert

Wien (OTS) - Bundesministerin Elisabeth Gehrer übte dieser Tage heftig Kritik am Studienbetrieb der Universität Wien und an den verantwortlichen Führungskräften. In APA- und Pressemeldungen ließ Bundesministerin Gehrer ausrichten, die Führungskräfte sollen nicht jammern, hätten sie doch die Möglichkeit gehabt, ausreichend Ressourcen für die Optimierung der Studiensituation zu beantragen. Via "Presse" wurde die Universitätsleitung "beauftragt", die Mängel zu beheben.

Die Universitätsleitung sieht es als notwendig an, ohne Polemik und in aller Sachlichkeit die Situation aus der Perspektive der Universität Wien darzustellen.

Die verantwortlichen Organe der Universität Wien haben sehr wohl Konsequenzen gezogen: Am Institut für Anglistik etwa wurden, nachdem überraschend viele Studierende - vor allem StudienanfängerInnen -einen Lehrveranstaltungsplatz benötigten, innerhalb weniger Tage zusätzliche Lehrveranstaltungen als Entlastung der Situation gestartet. Wissenschaftliche MitarbeiterInnen des Instituts wurden angewiesen, über das geplante Lehrkontingent hinaus den steigenden Bedarf an Lehre abzufedern.

Vorausschauende Planung, die bei einem offenen Hochschulzugang die Engpässe beim Studieneinstieg beseitigen kann, ist für Universitätsinstitute nur eingeschränkt möglich. Die Flut an neuen Gesetzen, mit der die Universitäten konfrontiert sind (etwa das neue Dienstrecht), die Entwicklung der Studierendenzahlen nach Einführung der Studienbeiträge und die Einführung neuer Studienpläne lassen kaum Prognosen und Planung zu. Der vorausgesagte zehn prozentige Rückgang bei StudieneinsteigerInnen hat sich zumindest am Institut für Anglistik und Amerikanistik nicht bewahrheitet.

Entlastung sollte die - von der Ministerin angesprochene -Universitätsmilliarde bringen, im Jahr 2001 500 Millionen Schilling für alle österreichischen Universitäten. Diese Mittel allerdings dürfen nicht für Personalaufwendungen und damit für die Abgeltung von Lehre eingesetzt werden, sondern ausschließlich für Sachaufwendungen in Form von Projekten rund um den Lehrbetrieb, etwa die Verbesserung der Raumsituation oder die Ausstattung mit Computerarbeitsplätzen. Im Rahmen der Bundesbudgetgebarung, der die Universität unterliegt, besteht keine gesetzliche Möglichkeit der Umwidmung von Sachaufwand in Personalaufwand. Über die Universitätsmilliarde können keine zusätzlichen Lehrveranstaltungen finanziert werden.

Zudem wurde von BM Gehrer in ihren Pressemeldungen nicht erwähnt, dass an der Universität Wien im Budgetjahr 2001 im Bereich des Personals 60 Millionen Schilling eingespart werden mussten.

"Hätten wir die Möglichkeit, unsere Budgetmittel flexibler handzuhaben, so könnten wir den Studienbetrieb bedarfsgerechter gestalten und unsere Studierenden besser betreuen", so Arthur Mettinger, Vizerektor für Lehre und Internationales.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Eva Kößlbacher
Zentrum für Forschungsförderung,
Drittmittel und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Wien
Dr. Karl Lueger-Ring 1 A-1010 Wien
Tel.: ++43 1 4277-18181
Fax: ++43 1 4277-9181
Email: eva.koesslbacher@univie.ac.atMag. Karoline Iber
Rektorat Universität Wien
Dr. Karl Lueger-Ring 1 A-1010 Wien
Tel.: 4277-10041 Handy: 0664/60277-10041
Email: karoline.iber@univie.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | UNI/OTS