Kinderfreunde unterstützen Bildungsvolksbegehren

Wien (SK) Bildung müsse ein verfassungsmäßig abgesichertes Grundrecht der Menschen und somit die Grundlage einer demokratischen Gesellschaft sein, fordern die Österreichischen Kinderfreunde. Aus diesem Grund ist der freie Zugang zur Bildung für alle Bevölkerungsschichten zu garantieren. "Die Österreichischen Kinderfreunde fordern, dass der Staat seinen diesbezüglichen Verpflichtungen gegenüber Menschen - insbesondere gegenüber Kindern und Jugendlichen - in diesem Land entsprechend nachkommen muss. Bildung ist die Investition in die Zukunft der Jugend und hier zu sparen wirkt sich sowohl auf die Bildung, die persönliche Entwicklung als auch die Selbstbewusstseinsbildung von jungen Menschen fatal aus", meint Waltraud Witowetz-Müller, Bundesvorsitzende der Österreichischen Kinderfreunde am Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Für die Senkung der KlassenschülerInnenhöchstzahlen auf max. 25 SchülerInnen pro Klasse:

Die in den Lehrplänen geforderte Individualisierung sei in Klassen mit 36 Schülern nicht möglich. "Die Mitarbeit ist in großen Klassen für alle äußerst schwierig- wenn man bedenkt, dass bei einer 50-Minuten-Stunde - wenn jede/r SchülerIn in die Mitarbeit einbezogen würde - eine durchschnittliche Zuwendung des Lehrers von knapp über einer Minute pro Schüler maximal möglich wäre", zeigt sich Witowetz-Müller entsetzt.

Projektunterricht, Teamarbeit, individuelle Betreuung, etc. seien nur mit großen Schwierigkeiten umsetzbar. Für die Vermittlung von kommunikativen und kooperativen Fertigkeiten muss mehr Zeit pro Schüler aufgewendet werden - gerade bei Sprachunterricht sei es fast unmöglich mit 29 Kindern zu unterrichten. Die Schule sei ein Ort, wo Beziehungspflege vollzogen wird. Dafür sei jedoch ausreichend Zeit für die SchülerInnen nötig, damit soziales Lernen und der Erwerb sozialer Kompetenzen möglich wird.

Recht auf schulische Lehrlingsausbildung:

"Es ist unsere Pflicht, schulische Berufsausbildung auch nach der Beendigung der Schulpflicht zu gewährleisten, denn nur so können wir Jugendarbeitslosigkeit verhindern", fordert Witowetz-Müller. In den meisten EU-Ländern betrage die allgemeine Schulpflicht schon jetzt 10 Jahre. Damit ergebe sich für den Staat eine längere Verpflichtung aber auch eine neue Chance, eine optimale Bildung für die Jugendlichen sicher zu stellen.

Nach dem Erfüllen der Schulpflicht sollten Jugendliche mehr Möglichkeiten haben, zwischen verschiedenen Oberstufenschulen zu wählen. Damit könne dem angespannten Lehrstellenmarkt wirksam begegnet werden. Jene Jugendlichen, die keinen Lehrplatz finden, müssten auf schulisch ergänzende Angebote zurückgreifen können. Es dürfe nicht sein, dass diese Jugendlichen dann in der Luft hängen.

Sozial gerechte SchülerInnen- und Studienbeihilfen:

Das österreichische Schüler- und Studienbeihilfesystem sei für die Betroffenen eine große Hilfe um ihrem Bildungsbedürfnis nachkommen zu können. Die Höhe der Beihilfe und die Anzahl der BeihilfenbezieherInnen sei aber auszuweiten. Das Bildungssystem nehme oft wenig Rücksicht auf berufstätige Studierende oder solche mit Kindern. "Hier treten wir für Unterstützung ein, damit sich auch diese Gruppen ein Studium leisten können. Die Österreichischen Kinderfreunde fordern, dass Bildung für Kinder und Jugendliche aus allen Bevölkerungsschichten möglich sein muss", so Witowetz-Müller.

Studiengebühren:

Die Österreichischen Kinderfreunde fordern die Aufhebung der Studiengebühren. Dem Studieren sei mit den Gebühren nur mehr für einen ausgesuchten Kreis von Studenten möglich. Betrachte man die Einkommenssituation der StudentInnen, werde klar, dass damit kein Lebensunterhalt bestritten werden könne. So geben z.B. 9 Prozent an, weniger als 2.000 Schilling im Monat an Einkommen zu haben. Mehr als die Hälfte (59,3 Prozent) müssen mit weniger als 5.000 Schilling im Monat auskommen. "Ich frage mich allen Ernstes wie ein junger Mensch da noch sein Studium mitfinanzieren soll", so Witowetz-Müller.

Für die Kinderfreunde stellen die Studiengebühren eine "Ausbeutung der Familien und der Jugendlichen" dar. Studiengebühren oder andere Zugangsbeschränkungen würden darauf abzielen, nur mehr einem Teil der Bevölkerung Bildung zukommen zu lassen. Bildung sei jedoch unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten zu gewährleisten. (Schluss) hm/mp/mm

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