Journalisten forderten sofortige Aufklärung im Fall Petek

Zentraleuropäische Regierungen sind aufgefordert, Repressalien gegen JournalistInnen entgegen zu wirken

Wien (ÖGB). Die Zentraleuropagruppe (ZeuG) in der Europäischen Journalisten-Föderation (EJF) fordert die unverzügliche Aufklärung des Überfalls auf den slowenischen Journalisten Miro Petek von der in Maribor erscheinenden Zeitung Vecer. Miro Petek hatte Artikel über Korruption zwischen örtlichen Geschäftsleuten und Behörden recherchiert und veröffentlicht. Er wurde am 28. Februar 2001 Opfer eines brutalen Überfalls und dabei schwer verletzt. Die ZeuG, die rund 70.000 JournalistInnen in Zentraleuropa vertritt, hat auf ihrem Jahrestreffen in der kroatischen Stadt Opatja mit Empörung davon Kenntnis genommen, dass die Täter im Fall Petek noch immer nicht gefasst sind und die Ermittlungen offensichtlich verzögert werden.++++

Generell wird mit Sorge festgestellt, dass Repressionen gegen Journalistinnen und Journalisten zunehmen. Immer häufiger werden sie als Überbringer schlechter oder unliebsamer Nachrichten an Stelle der Verursacher bestraft und/oder in eine Opferrolle gedrängt. Investigativer Journalismus, der die ethischen Grundlagen des Berufes befolgt, ist die Voraussetzung für die Ausübung einer Wächterrolle durch die Medien. Diese wird durch derartige Repressalien unterhöhlt und schließlich unmöglich gemacht. Die ZeuG fordert daher die Regierungen und Parlamente der Staaten in Zentraleuropa auf, solchen Tendenzen verstärkt entgegen zu treten.

Die ZeuG setzt sich aus den Journalistenorganisationen, Verbände und Gewerkschaften, in Deutschland, Kroatien, Luxemburg, Österreich, der Schweiz, Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn zusammen. Wesentlichstes Bestreben ist es, zwischen dem ehemaligen Westen und dem Osten als Bindeglied zu fungieren und dabei professionelle, ethische und soziale Standards zu heben. Diesem Ziel dient auch ein in Opatja beschlossenes Arbeitsprojekt zur Verteidigung der Rechte der Journalisten in Zentraleuropa. (ew)

ÖGB, 11. Oktober 2001
Nr. 836

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