AK Tumpel verlangt genügend Auffangnetz-Lehrgänge für Jugendliche

Unternehmer bieten nach wie vor nur eine Lehrstelle für drei Suchende

Wien (AK) - Genügend Plätze in einem Auffangnetz zur Jugendausbildung - und nicht weitere Einschränkungen auf Kosten der Jungen. Das verlangt AK Präsident Herbert Tumpel. Im Wirtschaftsausschuss des Nationalrats steht heute, Donnerstag, ein Initiativantrag der Regierungsparteien für neue Auffangnetz-Lehrgänge zur Debatte. Das ist ein Erfolg der Arbeiterkammer. Jetzt will die Regierung aber nur 850 Jugendlichen die Ausbildung in Lehrgängen zahlen - bei fast 11.500 Lehrstellensuchenden, denen die Wirtschaft nicht einmal 4.000 offene Lehrstellen in ganz Österreich bietet. Außerdem soll das Gesetz für ein Auffangnetz erst am 15. November in Kraft treten. So wird es bis Weihnachten dauern, bis alle Vorbereitungen für die Lehrgänge abgeschlossen sind. Tumpel: "Mit den Verzögerungen muss Schluss sein. Ich verlange für alle Lehrstellen suchenden Jugendlichen sofort die Sicherheit, dass sie Platz in einem Auffangnetz finden können. Die Regierung muss die Zahl der Plätze aufstocken." ****

Laut Berechnung der AK ExpertInnen muss die Regierung in einem neuen Auffangnetz zur Jugendausbildung mindestens 4.000 Plätze zahlen, damit alle Interessierten zu einer soliden Berufsausbildung kommen. Da wäre es nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn die Regierung 850 Plätze in Lehrgängen finanziert - und das erst, wenn bereits das Christkind vor der Tür steht. Tumpel: "So darf die Regierung nicht mit den Zukunftshoffnungen der Jungen umspringen. Sie muss handeln, die Zahl der Plätze in einem Auffangnetz aufstocken und alles für einen früheren Start der Lehrgänge tun."

Bis Anfang Oktober ist die Zahl der Jugendlichen noch gestiegen, die im Herbst noch eine Lehrstelle brauchen - von fast 11.000 auf fast 11.500. Umgekehrt blieb das Angebot an offenen Lehrstellen mit 4.000 in ganz Österreich gleich. Besonders krass: In Wien gibt es für 12 Lehrstellen suchende Jugendliche nur eine offene Lehrstelle. Und:
Gleich 250 Jugendliche wollen EDV-TechnikerIn lernen, aber die Wiener Wirtschaft bot ihnen überhaupt nur eine einzige Lehrstelle im Wunschberuf. Rechnerisch eine Lehrstelle für sechs Suchende gibt’s in der Steiermark - und eine Lehrstelle für drei Suchende im Burgenland, in Niederösterreich und in Oberösterreich.

"Diese Jugendlichen haben nichts von offenen Lehrstellen in Tirol", sagt Tumpel. "Sie haben auch nichts von offenen Friseur Lehrstellen, wenn sie Zukunftsberufe wie EDV-Techniker lernen wollen. Da helfen nur genügend Auffangnetz-Plätze für die richtigen Berufe."

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