Wenig Preisbeschwerden im Tourismus

Schenner: "Nur ein Promillesatz an Beschwerden - Jeder einzelne Fall wird genau untersucht"

Wien (PWK722) - Nur 21 Beschwerden über Tourismusbetriebe sind bisher im Zusammenhang mit der Euro-Umstellung eingegangen. Im Verhältnis zur großen Zahl der über 80.000 Betriebe ist dies ein verschwindend kleiner Promillesatz, zeigt sich der Obmann der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm. Rat Johann Schenner, über die von der Euro-Preiskommission im Wirtschaftsministerium vorgelegte Zwischenbilanz erfreut. "Damit liegt der Tourismus auch deutlich hinter anderen Branchen zurück".

Jeder einzelne Fall, so Schenner weiter, wird penibel untersucht. Bei näherem Hinsehen stellt sich in der Regel heraus, dass den - wenigen beanstandeten Preiserhöhungen betriebliche Notwendigkeiten zugrunde liegen. "Im Tourismus sind Preisanpassungen in periodischen Abständen ein üblicher und notwendiger Vorgang. Nur so können die Betriebe auf erhöhte Einstandspreise, etwa bei Fleisch, und auf andere Entwicklungen, wie höhere Personalkosten, Umweltabgaben oder Treibstoffkosten, reagieren. In einer wettbewerbsorientierten Marktwirtschaft müssen Betriebe schließlich auch Gewinne erzielen". Anpassungen dürften auf keinen Fall mit dem Thema Euro-Umstellung in einen Topf geworfen werden. "Damit machen sich es die in ganz Österreich auf Fehlerpirsch befindlichen Preisjäger wirklich zu leicht", kritisiert Schenner.

Als Beispiele und zur Illustration des Gesagten zitiert der Bundessektionsobmann einige der Stellungnahmen zu den eingelangten Preisbeschwerden: Der Manager des Food & Beverage-Bereichs eines Wiener Großhotels teilte auf Anfrage mit, dass das Lokal im Jänner 2001 eröffnet wurde und Mitte Juni neue Getränkekarten aufgelegt wurden. Dabei habe man die auf Grund der Kalkulation notwendigen, im Übrigen moderaten Preisanpassungen vorgenommen (Akt 34/7). Der Inhaber eines Wiener Braugasthauses erklärte, man habe seit Anfang 1999 die Getränkepreise nicht erhöht. Deshalb wurden die Bierpreise um fünf Prozent angehoben. Die anderen Getränke wurden im Einkauf um etwa acht Prozent teurer (Akt 34/15). Die Geschäftsführerin eines großen österreichischen Reisebüros teilte mit, dass die leichten Preisanpassungen im Katalog vor allem durch die neuen Konditionen des Flughafens Wien bedingt sind. Die Preiserhöhung für einen Kundenparkplatz für eine Woche von 320 auf 330,25 Schilling sei damit zu begründen (Akt 34/17).

"Die österreichischen Tourismusbetriebe werden dem Gast weiterhin ein bestmögliches Preis-Leistungsverhältnis anbieten. Österreichs Wirte, bekannt für gute Küche und Service, werden jene Marktpreise verrechnen, die im internationalen Wettbewerb keinen Vergleich zu scheuen brauchen", stellt Schenner abschließend klar. (hp)

Rückfragen & Kontakt:

Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft
Dr. Michael Raffling
Tel.: (01) 50105-3567Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK