Greenpeace/GLOBAL 2000/OÖ Plattform: 81 Prozent der Österreicher gegen Abschluss des Energiekapitels

Regierung vertritt bei AKW Temelin nicht österreichische Interessen

Wien (OTS) - 81 Prozent der Österreicher lehnen den vorläufigen Abschluss des Energiekapitels mit Tschechien ab solange bei Temelin kein ausreichendes Sicherheitsniveau nachgewiesen wird. Das hat eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts ISMA im Auftrag von Greenpeace, GLOBAL 2000 und der OÖ Plattform gegen Atomgefahr ergeben. "Der Plan der Regierung, das Energiekapitel vorläufig abzuschließen und dabei auf die Versprechungen der tschechischen Regierung zur "Nachbesserung" von Temelin zu vertrauen, stößt auf großen Widerstand in der Bevölkerung", stellt Andrea Paukovits, Pressesprecherin von GLOBAL 2000, fest. "Dieses Votum ist ein klarer Handlungsauftrag für die Bundesregierung, das Energiekapitel offen zu lassen und endlich Verhandlungen für eine Ausstiegslösung zu beginnen", sagt Franko Petri, Pressesprecher von Greenpeace. "Angesichts dieser Umfrageergebnisse sind weitere scharfe Proteste auf der Straße zu erwarten", kündigt Josef Pühringer von der OÖ Plattform gegen Atomgefahr an.

81 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind dafür, dass die Bundesregierung dem Abschluss des Energiekapitels mit Tschechien erst dann zustimmt, wenn Temelin stillgelegt wird oder den höchsten Sicherheitsstandards entspricht. Im Gegensatz dazu vertrauen nur 15 Prozent dem Versprechen der tschechischen Regierung, dass das AKW nachgebessert wird. Weitere Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Österreicher nicht nur gegen Temelin sind sondern alle grenznahen AKW ablehnen. Auch bei diesen AKW wünschen sich 81 Prozent, dass die Energiekapitel mit den anderen Beitrittskandidaten in Osteuropa nicht weiterverhandelt werden bis die AKW geschlossen sind oder den höchsten - also deutschen - Sicherheitsstandards entsprechen.

Die Österreicher beobachten die Anti-Atom-Politk der Regierung sehr kritisch. 52 Prozent sind unzufrieden mit der offiziellen Anti-Atom-Politik Österreichs. Mit der Anti-Atom-Politik der FPÖ sind 55 Prozent, mit derjenigen der ÖVP sind 53 Prozent unzufrieden. Die Arbeit der Atomgegner und Umweltorganisationen dagegen wird von der Bevölkerung honoriert: 75 Prozent sind damit zufrieden. "Die österreichische Regierung täte gut daran, ihre Anti-Atom-Politik zu überdenken und den Verhandlungstrumpf Energiekapitel nicht aus der Hand zu geben", kommentiert Paukovits. "Temelin und andere Risiko-AKW werden klar von den Österreichern abgelehnt; daher sollte die Bundesregierung nicht länger gegen ihre eigenen Wähler agieren", fordert Petri. "Die Politiker müssen endlich begreifen, dass die Ängste der Bevölkerung nicht übergangen werden dürfen", sagt Pühringer. Gerade bei Temelin besteht die Gefahr des vorzeitigen Abschlusses des Energiekapitels noch im Oktober. Alle drei Organisationen fordern daher, dass die Bundesregierung mit allen Beitrittswerbern so lange verhandelt, bis die offenen Sicherheitsfragen restlos geklärt sind.

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Pressesprecher Greenpeace,
tel. 01- 5454580-29 oder 0676-5147246
Andrea Paukovits,
Pressesprecherin GLOBAL 2000,
tel. 01-8125730-18 oder 0664-1032423
Josef Pühringer,
OÖ überparteiliche Plattform gegen Atomgefahr,
tel. 0664-3085207MMag. Franko Petri,

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