OVS038: MOLTERER UND TÖPFER: NACHHALTIGE ENTWICKLUNG IST ANTWORT AUF GLOBALISIERUNGSRISKEN

Wien (BMLFUW) - "Die nachhaltige Verzahnung von wirtschaftlicher, sozialer und umweltverträglicher Entwicklung ist wesentliche Voraussetzung für stabile politische Verhältnisse und damit auch eine weltweite Friedensentwicklung. Je mehr regionale und ökologisch verträgliche Wirtschaftskreisläufe gestärkt werden, umso eher kann den Risken der Globalisierung begegnet werden." Das erklärten der österreichische Landwirtschafts- und Umweltminister Mag. Wilhelm Molterer und der Exekutivdirektor der UN-Umweltbehörde UNEP, Dr. Klaus Töpfer, heute, Donnerstag, bei einer Pressekonferenz im Anschluss an ein gemeinsames Arbeitstreffen in Wien.****

"Österreich nimmt diese Herausforderung sehr ernst. Die Bundesregierung präsentiert daher heute ihr Grünbuch zur Nachhaltigkeit. Dieses Grünbuch soll als Ausgangspunkt einer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie werden." erläuterte der österreichische Umweltminister. Auf Basis des Grünbuchs werde man in den kommenden Monaten eine breite Diskussion mit allen Interessensgruppen über die Entwicklung einer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie führen: "Wir wollen so zu einem abgestimmten Maßnahmenkatalog kommen, der es für Österreich ermöglicht, wirtschaftliche Entwicklung, soziale Sicherheit und Umweltschutz noch besser zu verzahnen und somit auf Dauer zu sichern."

Weiteres zentrales Thema der Gespräche war die Vorbereitung des im nächsten Jahr stattfindenden Welt-Umweltgipfels in Johannesburg. Der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung findet vom 2. bis 11. September 2002 statt, zehn Jahre nach der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992Aus österreichischer Sicht, so Molterer, seien zwei Themen vorrangig: Energie und Wasser. Zur Verbesserung der Entwicklungschancen von Regionen, zur Armutsbekämpfung und für den Umweltschutz sind Lösungen hier unbedingt erforderlich", erklärte Molterer. Die EU-Position für Johannesburg zum Thema Energie wird unter österreichischer Federführung gemeinsam mit Frankreich, Deutschland und Dänemark erstellt.

Mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit - vor allem in ländlichen Regionen - haben keinen Zugang zu Elektrizität. Sicherer, kostengünstiger Zugang zu modernen Energieformen sei aber eine grundlegende Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung, betonte Molterer. Auch die Zusammenarbeit zwischen Industrienationen und weniger entwickelten Staaten bei der Forschung und Anwendung erneuerbarer Energieträger müsse daher ausgebaut werden. "Ländliche Gebiete in allen Teilen der Welt sind strukturell zwar oft benachteiligt, haben aber viel Potenzial für den Einsatz umweltfreundlicher Energieformen. Dieses Potenzial muss besser genutzt werden, um die Energieversorgung langfristig nachhaltiger zu gestalten, die regionale Wirtschaft anzukurbeln und die Armut zu verringern."

Ähnliche Bedeutung komme der Wasserversorgung zu. Ein Sechstel der Weltbevölkerung hat laut UNO kein sauberes Wasser zur Verfügung. 40 Prozent verfügen laut Weltgesundheitsorganisation über keinerlei Zugang zu sanitären Anlagen. Verunreinigtes Trinkwasser ist in vielen Ländern Krankheitsursache Nummer Eins. "In Johannesburg geht es um die Entwicklung von Strategien, die die Wasserversorgung weltweit verbessern können", so Molterer. Österreich verfüge im Gewässerschutz und bei der Wasserreinhaltung über reichhaltiges Know-how, das es weltweit einbringen könne. Ebenfalls viel Erfahrung habe Österreich der nachhaltigen Entwicklung ökologisch sensibler Berggebiete. Auch dieses Thema müsse in Johannesburg ein Schwerpunkt werden.

Als wesentlichen Teil der Nachhaltigkeitsstrategie für die internationale Verbreitung nachhaltiger Wirtschaftsweisen betrachtet Molterer den weltweiten Informationsaustausch über einschlägige Erfolgsmodelle. Als eines der herausragenden Projekte nannte er den "Energy Globe", einen weltweiten Projektwettbewerb, bei dem besonders nachhaltige Energienutzung prämiert wird und der vom Oberösterreichischen Energiesparverband ins Leben gerufen wurde. Der Bewerb wird heuer zum dritten Mal ausgeschrieben, die Frist läuft bis 24. Oktobe

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