Grünewald: Regierung tut nichts für Ausbau Palliativmedizin

Österreich hat großen Nachholbedarf beim Thema Sterbehilfe

OTS (Wien) - Die Ergebnisse der von der Ärztekammer präsentierten Umfrage zeigen, dass es in der Bevölkerung einen Bedarf gibt, dieses Thema nicht weiter zu tabuisieren, kommentiert heute der Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, die neuerliche Diskussion zum Thema Sterbehilfe. Mit seinem Vorstoß habe er bereits im Juli darauf aufmerksam gemacht, dass es einer qualifizierten Debatte bedürfe. "Wir haben immer wieder kritisiert, dass der Ausbau palliativmedizinischer Versorgung und der Hospizbewegung mangels Initiativen der Bundesregierung bisher nicht weitergeführt wurde. Aus dem Finanzministerium wurde kundgetan, dass - im Sinne des Nulldefizits - hierfür keine Gelder vorhanden seien,", so Grünewald, und weiter,"das ist der eigentliche Skandal: Aus Spargründen gibt es für sterbebegleitende Maßnahmen keine Finanzierung."

Grünewald selbst bleibt bei seiner persönlichen Meinung, daß in aussichtslosen Situationen der Wunsch eines kranken bzw. sterbenden Menschen respektiert werden müsse, seinem Leben selbstbestimmt ein Ende setzen zu können. Bei noch so guter palliativmedizinischer Betreuung und der Aufstockung von Hospiz- und Sterbebetten werde es immer Einzelfälle geben, in denen menschliches Leid alle unsere Vorstellungskraft übersteige. "Hier wegzusehen und das zu leugnen ist keine ethisch vertretbare Lösung. Der Wunsch dieser Menschen nach einem selbstbestimmten Abschied in Würde sollte in jedem Fall ernst genommen werden, wenn alle anderen Mittel der Hilfe ausgeschöpft wurden. Die ausschließliche Ahndung über das Strafrecht kann nicht der Weisheit letzter Schluß sein", ergänzt Grünewald abschließend.

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