ÖH: Tausende aktiv Studierende von Bildung ausgeschlossen

Mautz: "ÖVP gesteht Rückgang aktiver Studierender ein"

Wien (OTS) - Die Österreichische HochschülerInenschaft (ÖH) weist die Aussagen der ÖVP-Generalsekretärin, Maria Rauch-Kallat, wonach die Studiengebühren nur Scheininskribierte treffen, als "gänzlich falsch" zurück. Darüber hinaus sei der Vorwurf der "Fundamentalopposition" pure Polemik, so die ÖH. "Wir wollen ja unsere Vorschläge einbringen", so Andrea Mautz aus dem ÖH-Vorsitzteam, "aber wir wurden weder in die Arbeitsgruppen zur Uni-Reform eingebunden, noch ist Ministerin Gehrer dazu bereit, diese mit uns zu diskutieren. Auf unserer gestern stattgefundenen Diskussionsveranstaltung zum Thema hat sie sich jedenfalls - trotz Einladung - nicht blicken lassen."

Die Vorsitzende der ÖH, Anita Weinberger, unterbreitet der ÖVP-Generalsekretärin angesichts ihrer Aussagen bezüglich Scheininskribierenden ein Angebot: "Frau Rauch-Kallat ist eingeladen, sich einen Tag zu uns ins Beratungszentrum zu setzen und die Anrufe und Besuche verzweifelter Studierender entgegen zu nehmen, die aufgrund der Gebühren nicht weiter studieren können. Im übrigen könnte auch die ÖVP-Generalsekretärin gelegentlich die Zeitungen aufschlagen, und dort über zahlreiche solcher Fälle lesen. Aber offensichtlich ist sie zu sehr damit beschäftigt, uns von Protest gegen die bildungsfeindliche Politik im Land abzuraten. Die Antwort wird sie morgen durch eine eindrucksvolle Demonstration bekommen."

Andrea Mautz ist darüber hinaus über die mangelnde Logik der ÖVP-Generalsekretärin entsetzt: "Rauch-Kallat rechnet doch tatsächlich vor, dass jeder Scheinskribent 60.000 Schilling im Jahr kosten." Mautz bezieht sich damit auf Aussagen von Ministerin Gehrer, die behauptet, dass bei den bislang 230.000 StudentInnen, die derzeitigen Kosten pro Studierenden 110.000 Schilling betragen. "Durch die Gebühren sollen angeblich 70.000 Scheininskribierende wegfallen und die Kosten pro Student dann automatisch auf einmal auf 170.000 Schilling steigen? Da passt doch etwas nicht zusammen. Jemand, der nicht studiert kostet dem Staat auch kein Geld. Das heisst, dass die 60.000 Schilling, die vom Staat nun zusätzlich in jeden Studierenden gesteckt werden, von bislang aktiven Studentinnen und Studenten abgezogen werden, da diese ihr Studium aufgeben. Entweder gesteht die ÖVP mit dieser Rechnung ein, dass ihre Bildungspolitik tausenden aktiv Studierenden den Zugang zum Studium verwehrt, oder sie werden einsehen müssen, dass die Milchmädchenrechnung: 'Ausgaben für die Universität durch die Anzahl der Studierenden' ein wenig zu einfach ist."

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