Berufsreifeprüfung zunehmend als attraktiver Bildungsweg akzeptiert

Positives Beispiel für Durchlässigkeit des Bildungssystems

Wien (PWK715) - "Die 1997 eingeführte Berufsreifeprüfung entwickelt sich zunehmend als attraktiver Bildungsweg für AbsolventInnen einer Lehre", stellt WIFI-Institutsleiter Michael Landertshammer anlässlich der soeben fertiggestellten Erhebung, die gemeinsam vom ibw (Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft) und ÖIBF (Österreichisches Institut für Berufsbildungsforschung) durchgeführt wurde, fest. "Immerhin belegten im Sommersemester 2001 6.075 Personen insgesamt fast 10.000 Kurse. Die Berufsreifeprüfung selbst wurde im Schuljahr 2000/01 von 861 Personen abgelegt. In Zukunft rechnet man mit etwa 1.000 AbsolventInnen pro Jahr", so Landertshammer.

Die Berufsreifeprüfung setzt sich aus den 4 Teilprüfungen Deutsch, Mathematik, lebende Fremdsprache und Fachgebiet aus der beruflichen Praxis zusammen. Formell ist die Berufsreifeprüfung als Externistenprüfung an einer höheren Schule anzusehen. Teilprüfungen können in anerkannten Vorbereitungslehrgängen in Erwachsenenbildungseinrichtungen wie WIFI, bfi oder Volkshochschule abgelegt werden, wobei zumindest eine Teilprüfung an einer höheren Schule absolviert werden muss. Vorbereitungslehrgänge auf die Berufsreifeprüfung werden in unterschiedlicher Länge angeboten und dauern je nach Anbieter und Unterrichtsgegenstand bis zu vier Semester.

Die Berufsreifeprüfung hat sich zu einer wesentlich attraktiveren Alternative entwickelt als die bereits länger bestehende Studienberechtigungsprüfung, die nur einen eingeschränkten fachspezifischen Universitätszugang ermöglicht, während die Berufsreifeprüfung den Zugang zum gesamten postsekundären Bildungsangebot bietet. "Für die Berufsreifeprüfung, die erstmals in Österreich eingeführt wurde, spricht die erfreuliche Tatsache, dass diese bildungspolitische Innovation bereits zum Exportartikel wurde", verweist Landertshammer auf das Projekt "Eurobac" im Rahmen des Leonardo da Vinci Programmes. Länder wie Liechtenstein, Schweiz, Norwegen, Niederlande oder die Slowakei beschäftigen sich mit dieser Thematik. Liechtenstein hat diesen Bildungsabschluss bereits konkret eingeführt und gesetzlich umgesetzt. (pt)

Rückfragen & Kontakt:

Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4464

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK