Morddrohung gegen Greenpeace-Aktivisten

Die Greenpeace-Aktivitäten im Amazonas werden fortgesetzt

Wien/Brasilia (OTS) - Greenpeace wird nicht schweigen: Wie die Umweltschutzorganisation heute in Brasilien erklärte, wird auch eine Morddrohung gegen den Greenpeace-Mitarbeiter Paulo Adario die Umweltschutzorganisation nicht davon abhalten, weiterhin gegen die Zerstörung des Regenwaldes am Amazonas zu kämpfen.

Paulo Adario, Koordinator der Greenpeace-Amazonas-Kampagne, ist letzte Woche telefonisch mit dem Tod bedroht worden. In dem Haus, in dem die Greenpeace-Experten leben und arbeiten. "Das ist eine ernst zu nehmende Bedrohung meines Lebens und eine schwerwiegende Bedrohung aller Menschen, die sich für den Erhalt des Amazonas-Regenwalds einsetzen" sagte Adario heute in Brasilia. "Der Hintergrund ist eindeutig unsere aktuelle Arbeit gegen das illegale Fällen von Mahagoni. Der Großteil des Mahagonihandels wird von Kriminellen, die lange genug ohne Strafen gearbeitet haben, kontrolliert. Am 26. September hat Greenpeace erneut Beweise für ausgedehnte illegale Rodungen mitten im Land der Kayapó Indianer vorgelegt, einer Gegend in der Rodungen strikt verboten sind.

"Wir werden alles in unserer Macht stehende unternehmen, um unsere Leute zu schützen. Aber wir werden unsere Arbeit nicht aufgeben, wir werden nicht schweigen", sagte heute Gerd Leipold, Geschäftsführer von Greenpeace International. "Die Morddrohung stammt von Menschen, die den Amazonas zu ihrer persönlichen Bereicherung zerstören wollen. Um den Amazonas zu schützen müssen wir Paulo schützen." Erst am 25. August ist der brasilianische Umweltaktivist Ademir Federicci in seinem Haus vor seiner Frau und seinen Kindern erschossen worden. "Dema" war ein engagierter Gegner der illegalen Rodungen in der Region. Die aktuelle Morddrohung ist also absolut ernst zu nehmen!

Brasiliens Justizminister, Jose Gregori, erklärte, er sei erschüttert wegen der Todesdrohung gegen Paulo Adario. In einem Vier-Augen-Gespräch versprach er Adario, dass die Behörden sofort eine intensive Untersuchung einleiten würden. Auch Amazonino Mendes, Gouverneur des Amazonas-Staates, erklärte, er würde alle Garantien abgeben, damit die Arbeit von Greenpeace weitergehen kann.

Auch Greenpeace Österreich sorgt sich um einen Mitarbeiter: Der Waldexperte Martin Frimmel ist seit Anfang Oktober im Amazonas-Gebiet, wo er die Deni Indianer unterstützt, ihr Territorium gegen die internationalen Holzkonzerne zu schützen. "Greenpeace lehnt Gewaltanwendung zur Lösung von Konflikten ab," sagte heute Greenpeace-Geschäftsführer Bernhard Drumel. "Umweltzerstörung gefährdet die Sicherheit. Der Einsatz für eine Welt ohne Umweltzerstörung ist somit auch ein Einsatz für mehr Sicherheit in der Welt."

Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.at/umweltwissen/amazonas/geschichte/index.htm

Rückfragen & Kontakt:

Axel Krotz,
Pressesprecher Greenpeace,
01-5454580-33 oder 0664-2407075

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP/OTS