Direktor nahm "sprengelfremde" Kinder in seiner Schule auf

Jetzt drohen ihm 100.000 Schilling Strafe und ein Disziplinarverfahren

St. Pölten (OTS) - "Es ist geradezu skandalös, daß einem Volksschuldirektor eine Regreßforderung von 100.000 Schilling drohen könnte und ein Disziplinarverfahren über sich ergehen lassen muß, nur weil er in seiner Schwerpunkt-Volksschule zwei Schüler aus einem anderem Schulsprengel aufgenommen hat!", kritisierte heute die freiheitliche Klubobfrau im NÖ Landtag, Barbara Rosenkranz. Es sei völlig sinnlos, gute Schulangebote zu schaffen, wenn die Bürokratie die Annahme erschwere oder gar verhindere. Rosenkranz: "Will ein Schüler eine Pflichtschule außerhalb seines Schulsprengels besuchen, ist er auf den guten Willen seines Bürgermeisters angewiesen, der einen "Gastbeitrag an die jeweilige Schulgemeinde zahlen muß. Die freie Schulwahl muß auch in Niederösterreich endlich möglich werden!" ****

Vor einigen Wochen meldeten zwei alleinerziehende und berufstätige Mütter aus Traismauer ihre Kinder bei einer Familie in Paudorf polizeilich an und ließen sie in der dortigen Volksschule mit Schwerpunkt Musik einschreiben. Da durch die polizeiliche Meldung in Paudorf die Verpflichtung zur Bezahlung des Gastschulbeitrages umgangen wurde, sieht sich der Direktor mit der Drohung einer Regressforderung seitens der Gemeinde Paudorf in der Höhe von 100.000 Schilling konfrontiert. Rosenkranz: "Nur weil der Schulleiter die beiden Kinder aufgenommen hat, ohne sich davon zu überzeugen, daß sie tatsächlich in Paudorf wohnen und schlafen!"

"Der akute Mangel an Facharbeitern in Niederösterreich beweist einmal mehr die Wichtigkeit von Schwerpunktschulen!", stellte die FP-Klubchefin fest. Aufgrund der Schulautonomie seien die Schulen zwar gesetzlich aufgefordert, Schwerpunkte zu bilden, doch die derzeit starre Sprengeleinteilung verhindere eine erfolgreiche Annahme des Angebots. Rosenkranz: "Wenn aber die gewünschte Schwerpunktschule in einem anderen Sprengel als in der des Schülers liegt, stellt sich die Heimatgemeinde oft quer, weil sie an die Schulgemeinde bis zu 30.000 Schilling zahlen muß!"

Den Freiheitlichen sei es zwar im Jahr 1994 gelungen, die Sprengelregelung bei Sporthauptschulen außer Kraft zu setzen, der Versuch, Gleiches bei den Musikhauptschulen zu erreichen, wäre jedoch im vergangenen Jahr am Veto von ÖVP und SPÖ gescheitert. "Wir werden daher bei nächster Gelegenheit im Landtag erneut die generelle Abschaffung der starren Sprengeleinteilung fordern!", so die FP-Klubchefin.

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