Resolution verschickt

Krankenkassen-BetriebsrätInnen protestieren gegen Verunglimpfung der KollegInnen

Wien (OTS) - Nicht zuletzt wegen der teils unverständlichen und ungerechten Reaktionen seitens einiger Vertreter von Regierungsparteien haben die Betriebsräte der Gebietskrankenkassen erneut auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht und eine Resolution an die Mandatare aller im Parlament vertreten Parteien geschickt.

In der einstimmig verabschiedeten Resolution stellten sich verganenen Donnerstag alle 90 anwesenden Betriebsräte der Bundesländer-Krankenkassen unmissverständlich hinter ihre Kolleginnen und Kollegen. Vor allem wurde der von Staatssekretär Waneck geäußerten Vorwürfe zurückgewiesen, die Bediensteten der Krankenkassen seien Schuld am Ambulanzgebühr-Debakel.

Die Resolution im Wortlaut:

Die Betriebsräte aller Gebietskrankenkassen haben bei ihrer Arbeitstagung über die Medien wieder einmal erfahren müssen, dass Staatssekretär Waneck diskriminierende Äußerungen und Verleumdungen über die Krankenversicherung, die dort Beschäftigten und die Selbstverwaltung im Zusammenhang mit der Ambulanzgebühr von sich gegeben hat.

Mit unseren Steuergeldern finanzierte Anzeigen bringen unser Sozialversicherungssystem bei der Bevölkerung in Verruf.

Derartige Unterstellungen weisen wir auf das Schärfste zurück!

Seit Tagen versuchen wir den Schaden für unsere Versicherten zu mildern, sind aber - wie Staatssekretär Waneck selbst formulierte -verpflichtet, Gesetze, wenn sie auch noch so abstrus sind, zu vollziehen.

Wir, die Beschäftigten, sind Betroffene und nicht Verursacher!

Die bisherigen Ankündigungen der Bundesregierung haben zum Ziel, die Sozialversicherung und damit unsere Arbeit für die Menschen unmöglich zu machen.

Neuestes Beispiel dafür sind die Absichten von Finanzminister Grasser, die Beitragseinhebung und damit die Beiträge an sich zu reißen sowie die Beitragsprüfung durch die Finanzämter erledigen zu lassen, obwohl wir die Einhebung nachweislich günstiger durchführen.

Auch die geplante Zentralisierung der EDV ist ein teurer Rückschritt. Bei externen Dienstleistern einzukaufen kostet mehr und bedeutet einen Verlust von hochqualifizierten Arbeitsplätzen in den Regionen. Wertvolles Wissen in der Sozialversicherung geht unwiederbringlich verloren.

Wir fordern:

  • eine gesicherte finanzielle Grundlage für die Sozialversicherung!
  • ein Ende der Beschimpfungen in der Tagespolitik!
  • alle verantwortlichen Parteien, Interessensvertretungen und Selbstverwaltungen auf, gemeinsam mit uns für unser Sozialversicherungssystem zu kämpfen.

Wir sind für sinnvolle Reformen, wehren uns aber gegen die Zerschlagung eines der besten Gesundheitssysteme der Welt!

Täglich kopflose Ideen, präsentiert durch die Politik, verunsichern die Menschen in Österreich. Wir werden uns gegen diese Vorgangsweise mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr setzen!

Die Betriebsrätinnen und Betriebsräte der Gebietskrankenkassen

Rückfragen & Kontakt:

Ernst Ploberger
Bundesausschussvorsitzender
für die Sozialversicherungen innerhalb der GPA
Telefon: (0732) 77 80 38

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