AUER: "NULLTOLERANZ" IST IN DER NATUR UNMÖGLICH

Wien, 9. Oktober 2001 (ÖVP-PK) Zur laufenden Genmais-Diskussion meldet ÖVP-Abg. Jakob Auer seine Bedenken am Vorschlag der Grünen an, die eine 100-prozentige Reinheit von Maissaatgut von den österreichischen Saatgutproduzenten fordern. "Saatgut wird in der Natur vermehrt und daher kann es zu unvermeidbaren Verunreinigungen durch Pollenverfrachtungen kommen. Die österreichischen Saatguterzeuger sind durch die Erfordernisse des Marktes auch aus wirtschaftspolitischer Sicht gezwungen, diese Forderung zu erfüllen. Seit die Gentechnik in der Pflanzenproduktion vor allem in den USA angewandt wird, kann bedingt durch den internationalen Saatgutverkehr niemand zuverlässig die Verunreinigung durch genetisch veränderte Organismen (GVO) ausschließen", erklärte Auer heute, Dienstag.****

In Österreich ist heuer auf rund 3000 Hektar Mais vermehrt worden. Die österreichische Lebensmittel- und Stärkeindustrie forderte aufgrund der GVO-Problematik eine Expansion der heimischen Saatgutproduktion. Die österreichischen Anbauflächen wurden daher ausgeweitet, um diesem Verlangen stattgeben zu können. "Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass die österreichische Saatgutwirtschaft auch im Frühjahr 2002 alles daran setzen wird, GVO-freies Saatgut zu liefern", ist Auer überzeugt.

Auer gibt aber auch zu verstehen, dass mittelfristig die Einführung von Toleranzgrenzen sinnvoll und notwendig ist. "Dies steht auch im Einklang mit der europäischen Forderung nach Toleranzgrenzen für GVOs in der Saatgutproduktion", so der Abgeordnete.

Das zukünftige Ziel der Saatgutproduzenten muss sein, dass jegliche Saatgutcharge, die mit GVOs über einer festzulegenden Toleranzgrenze verunreinigt ist, von der Vermehrung ausgeschlossen wird. Nur so kann auch die österreichische Lebensmittelindustrie von den Bauern Rohstoffe in höchster Qualität für die Lebensmittelproduktion erhalten.

"Diese strengen Toleranzgrenzen müssen für die gesamte Saatgutwirtschaft der europäischen Union und selbstverständlich auch für Importe gelten. Europäische Union heißt Chancengleichheit für alle, aber auch Wettbewerb für alle und vor allem Lebensmittelsicherheit für alle", stellt Auer abschließend fest. (Schluss)

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