Postamtsschließungen - Keine Zustimmung der Personalvertretung

Trotz monatelanger Vorbereitung durch das Management der Post AG bleiben noch viele Fragen offen

Wien (GPF/ÖGB). Am 8. Oktober 2001 fand die erste Mitarbeiterinformationsveranstaltung hinsichtlich der von der Post AG geplanten Postämterschließungen im Bezirk Gänserndorf, NÖ statt.++++

Im Zuge dieser Veranstaltung wurden die betroffenen Kolleginnen und Kollegen darüber informiert, dass deren Postamt von der Post AG geschlossen werden soll.

"Da die Personalvertretung ebenfalls am 8. Oktober 2001 erstmals konkret über die Vorhaben der Post AG in Anwesenheit der regionalen Manager informiert wurde, gibt es seitens der Belegschaftsvertretung keine Zustimmung zu den geplanten Maßnahmen. Bereits in der Aufsichtsratssitzung vom 7. August 2001 wurde die Schließung von Postämtern unsererseits abgelehnt", stellt der Vorsitzende im Zentralausschuss der Post AG, Gerhard Fritz fest. "Da sind zu viele Fragen offen. Die vorgelegten Zahlen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit der betroffenen Standorte sind für uns nicht nachvollziehbar. Da muss der Vorstand der Post AG noch Licht ins Dunkel bringen. Die Vorgangsweise ist weder seriös noch professionell," so Fritz.

Der Vorsitzende: "Es wurden zwar Vorschläge gemacht, wo man arbeitsplatzverlustige Kolleginnen und Kollegen unterbringen will, diese Vorschläge müssen aber in Gesprächen mit den Betroffenen erst auf ihre soziale Verträglichkeit und deren Machbarkeit überprüft werden. Darüber hinaus darf es zu keiner einzigen Kündigung kommen. Das hat das Unternehmen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zuzusagen".

Bei vielen zu schließenden Standorten ist bis heute nicht geklärt, wo man die betroffenen AmtsleiterInnen, Schalterbediensteten, ZustellerInnen und Reinigungskräfte unterbringen will. In der Aufsichtsratssitzung vom 7.August.2001 hat der Vorstand der Post AG zugesichert, dass die Veränderungen im Schalterdienst und im Zustelldienst nur gemeinsam geplant und umgesetzt werden. Des weiteren wurde zugesichert, dass Bedienstete nur zu einem Postamt verlagert werden das auch hinkünftig bestehen bleibt. Gerade damit hat man in der Region Weinviertel große Probleme.

"Darüber hinaus stehen die Gespräche mit den Bürgermeistern noch zur Gänze aus. Es ist für uns als Personalvertretung kaum vorstellbar, dass sich auch nur ein Bürgermeister kommentarlos "sein" Postamt schließen lässt. Noch dazu, wo von der zuständigen Frau Bundesminister zu hören ist, dass bis zur Erlassung einer Universaldienstverordnung kein Postamt geschlossen werden darf. Gerade diese Verordnung steht noch aus. Es gibt derzeit nicht einmal einen Vorschlag, der den Sozialpartnern zur Verfügung steht," führt Gerhard Fritz aus.

"Die gestern begonnene Informationskampagne für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie die Information der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sehe ich als Beginn eines Diskussionsprozesses, der hoffentlich zu einem guten Ergebnis für alle Betroffenen führt. Dabei muss jedem in diesem Land klar sein, dass die Größe des Filialnetzes in einer Aktiengesellschaft immer vom Unternehmen und niemals vom Betriebsrat oder der Personalvertretung festgelegt wird", stellt Gerhard Fritz abschließend fest.

ÖGB, 9. Oktober 2001 Nr. 818

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Martin Palensky

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