Bomben schaffen keinen Frieden!

Wien (OTS) - Mit scharfer Ablehnung reagiert der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend (SJ) Wien, Ludwig Dvorak, auf die gestern und heute erfolgten Militärschläge der USA in Afghanistan. "Bomben schützen keinen Frieden und noch weniger vor Terroranschlägen. Wer wirklich gegen Terror kämpfen wolle, müsse seine Ursachen bekämpfen, die in der Verelendung und Perspektivenlosigkeit großer Teile der Weltbevölkerung zu suchen seien."

Dvorak kritisierte, dass in der veröffentlichten Meinung der selbsternannten "zivilisierten Welt" rechtsstaatliche Grundprinzipien über Bord geworfen würden. Der Rechtsgrundsatz, dass niemand bestraft werden dürfe, dessen Schuld nicht erwiesen sei, müsse auch für Bin Laden gelten. "Es ist schön, daß Tony Blair und Gerhard Schröder die Beweise für Bin Ladens Schuld vorliegen. Warum aber nicht der Öffentlichkeit?" so Dvorak, der in diesem Zusammenhang an die Stellungnahme des norwegischen Außenministers erinnerte, die "Beweise gegen Bin Laden würden vor keinem Gericht bestehen". "Wie", so Dvorak, "können sie dann Grund genug sein, ein Land zu bombardieren?"

Das Taliban-Regime sei barbarisch und abzulehnen, sagte Dvorak, jedoch hätten all jene, die nichts dabei gefunden hätten, die Gotteskrieger in den 80ern hochzurüsten, ein gewisses Glaubwürdigkeitsproblem meint Dvorak im Hinblick auf die USA. Überdies sei in Frage zu stellen, dass eine Machtübernahme der nunmehr vom Westen geförderten, ebenfalls fundamentalistischen, Nordallianz ein Schritt in Richtung Demokratie sei.

Als "völlig entbehrlich" bezeichnete Dvorak abschließend die gestrige Stellungnahme des SP-Vorsitzenden Gusenbauer zu den US-Militärschlägen. Gusenbauer hatte gefordert, "unnötige Opfer in der Zivilbevölkerung nach Möglichkeit zu vermeiden". Er frage sich, so Dvorak, was Gusenbauer denn im Umkehrschluß als "nötige Opfer" erachte.

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