• 08.10.2001, 14:14:16
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Fallent: Temelin ist vergleichbar mit russischem Roulette=

Neue Erkenntnisse, Fakten und Mängel von Temelin

Wien, 2001-10-08 (fpd) - "Aufgrund der vielen Störfälle der
Vergangenheit und der nicht behebbaren Mängel ist völlig unklar,
welche Gefahren der nächste Störfall bringen wird", betonte heute der
freiheitliche Umweltsprecher Abg. Ing. Gerhard Fallent.

Es gebe täglich neue Fakten, Erkenntnisse und Mängel rund um das AKW
Temelin. So wurde bekannt, daß neben den zu eng verlegten
Druckrohrleitungen auch die elektrischen Leitungen zu nahe aneinander
verlegt wurden. Der auftretende Induktionsstrom könne zu erheblichen
Störungen bis hin zu Bränden und Explosionen führen."

"Weiters ist es eine Tatsache, daß die Vibrationen der Turbine bis
zum heutigen Tag nicht behoben sind. Diese Vibrationen entstehen
durch Unwucht und Resonanz. Die in Temelin eingesetzten Turbinen
konnten aufgrund ihrer Größe ausschließlich statisch gewuchtet
werden, da Skoda aus technischen Gründen nicht in der Lage war und
ist, eine dynamische Wuchtung vorzunehmen. Ein Schweizer Experte
stellte dazu fest, daß es mindestens zwei Jahre dauern würde, um in
mühsamer Kleinarbeit vielleicht ein verbessertes Vibrationsverhalten
herzustellen. Die Vibrationen der Turbine in Temelin treten bereits
im Teillast-Bereich auf. Skoda machte nie ein Geheimnis daraus, daß
diese 1000-Megawatt-Turbinen Prototypen sind, denn die größten von
Skoda serienmäßig hergestellten Turbinen haben eine Leistung von
weniger als 1/10 der Temelin-Turbinen. Die stärksten von Siemens,
Brown Bovery und Westinghouse produzierten Turbinen besitzen eine
Leistung von 500-Megawatt", erklärte Fallent.

"Bereits im vergangenen Jahr wurde festgestellt, dass die Güte und
Härte des Betons des Containments und wesentlicher Bauteile des AKWs
nicht den erforderlichen Normen entsprechen. Es ist davon die Rede,
daß nur ein geringer Teil des nötigen Zements tatsächlich den Weg ins
AKW gefunden hat und der überwiegende Teil in private und andere
Kanäle verschwand." Fallent fordert daher die sofortige Überprüfung
der Betongüte durch unabhängige Experten.

Das Zusammenwirken der mangelhaften Turbine und des mangelhaften
Betons könne fatale Auswirkungen haben, da einerseits die vibrierende
Turbine enorme Belastungen für die Betonfundamente darstelle und
andererseits die Betonfundamente aufgrund der schlechten Betongüte
nicht in der Lage seien, diesen Belastungen Stand zu halten.
"Ein Störfall, der sich in einem Schleuderbunker in der Schweiz mit
einer schnell laufenden, aber wesentlich kleineren Turbine ereignete,
zeigte, daß Teile der Turbine eine vier Meter dicke Buchenwand
durchschossen und 50 Meter weiter zum Liegen kamen. Temelins
Turbinen-Schutzhülle ist wesentlich schlechter ausgebildet. Außerdem
wurde nicht beachtet, daß bei einem Bruch der Turbine Teile in den
Kernreaktor geschleudert oder eine 900 Meter entfernte
Hochdruckgasleitung zerstört werden könnten".

"Diese Mängel, Erkenntnisse und Fakten rechtfertigen es alle uns zur
Verfügung stehenden demokratischen Mittel einzusetzen, um Tschechien
klar zu machen, daß Temelin sofort still gelegt werden muß", so
Fallent abschließend. (Schluß)

Rückfragehinweis: Freiheitliches Pressereferat

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