Schweitzer: Ausbildungskosten können nicht nur vom Staat alleine getragen werden

AHS-Oberstufenreform dringend notwendig

Wien, 2001-10-08 (fpd) - "Die SPÖ ist auf ihre Oppositionsrolle offenbar so eingeschossen, daß sie gänzlich vergißt, daß gerade sie es war, die dreißig Jahre lang die Möglichkeit hatte, die österreichische Bildungspolitik zu verbessern", kommentierte FPÖ-Bildungssprecher Mag. Karl Schweitzer die aktuellen Vorschläge Gusenbauers zur Bildungspolitik. Die Sozialdemokraten hätten die Zeit dazu nützen müssen, die längst erforderlichen Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung in der österreichischen Bildungspolitik einzuleiten. Geschehen sei nichts in der Art, so Schweitzer. ****

Die von SPÖ-Chef Gusenbauer vorgestellte Bildungsprämie gebe es, so Schweitzer, in anderen Formen bereits seit geraumer Zeit. Es gibt studentenfreundliche Konten und Kredite und Förderungen für Weiterbildungsmaßnahmen in vielen Bereichen. Die Kosten der Weiterbildung könnten nicht nur vom Staat alleine getragen, sondern müßten ebenso von den Betrieben und den Weiterbildungswilligen finanziert werden, so Schweitzer weiter.

Von der Einführung einer verpflichtenden Vorschule ab fünf Jahren hält der freiheitliche Bildungssprecher nichts, ebenso wie von der von der SPÖ vorgeschlagenen Verquickung von BHS und AHS. Die Zielsetzung der von Gusenbauer vorgeschlagenen Lockerung der Trennung von BHS und AHS ist für den freiheitlichen Bildungssprecher nicht nachvollziehbar. "BHS und AHS haben grundsätzlich unterschiedlich ausgelegte Zielrichtungen: Während in der AHS die Schlüsselqualifikationen der Studierfähigkeit über eine vertiefte Allgemeinbildung zu entwickeln sind, sollen die BHS viel mehr durch praxisbezogenen Unterricht auf spezifische Berufe vorbereiten. Diese beiden Ausbildungsziele zu vermengen wäre grundfalsch", so Schweitzer.

Schweitzer konkret zur AHS-Oberstufenreform: "Die Reifeprüfung erfüllt gegenwärtig ihre ursprüngliche Aufgabe, nämlich den Nachweis über die Hochschulreife zu erbringen, nur mehr mangelhaft. Die Situation an den Universitäten bestätigt diesen Umstand. Zu diesem Zweck sollten in der siebenten und achten Klasse in allen geeigneten Gegenständen seminarähnliche Lehrveranstaltungen eingeführt werden, in welchen - zwecks sinnvoller Vorbereitung auf den Forschungs- und Lehrbetrieb an der Universität - die selbständige und umfassende Aneignung von Wissen nachhaltig eingeübt werden soll."

Diese zweijährige seminarähnliche Vertiefung in einem begrenzten und individuell nach Begabung und Neigung von den Schülerinnen und Schülern zu wählenden Gegenstandsbereich ergänze die im Sinne der Allgemeinbildung notwendige Wissensvermittlung nach herkömmlichen Unterrichtsmethoden um eine prozeß-, problem- und gegebenenfalls auch praxisorientierte Komponente, führte der freiheitliche Bildungssprecher weiter aus.

"Ich wünsche mir eine breit angelegte Diskussion im Rahmen eines Bildungsgipfels, damit die Regierung die optimalen Rahmenbedingungen für ein qualitativ hochwertiges Bildungssystem schaffen kann", schloß der FPÖ-Bildungssprecher. (Schluß)

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