Eder: Keine Aufteilung der Österreichischen Bundesbahnen

Wien (SK) Die derzeitige VP/FP-Bundesregierung soll sich endlich auch offiziell von ihrer ursprünglichen Absicht verabschieden, die ÖBB in eine Infrastrukturgesellschaft und eine Betriebsgesellschaft aufzuteilen, nachdem jetzt sogar die britische Regierung den 1986 privatisierten Schieneninfrastrukturbetreiber Rail-Track durch Verstaatlichung finanziell retten muss. Die ÖBB eignet sich jedenfalls keinesfalls für Experimente, erklärte heute SPÖ-Verkehrssprecher Kurt Eder. ****

Wie das britische Beispiel zeige sei ein nachhaltiger Betrieb der Bahnen und die Aufrechterhaltung eines ausreichenden Sicherheitsniveaus im Bahnbetrieb durch private Betreiber nicht gewährleistet. Darüber hinaus sei Rail-Track heute so stark verschuldet, dass die Gesellschaft nicht mehr in der Lage ist, die notwendigen angeordneten Sicherheitsinvestitionen in die Eisenbahninfrastruktur zu tätigen. Die britische Regierung muss jetzt das Chaos beseitigen, das private Betreiber in Großbritannien aus Profitinteresse angerichtet haben, um den Betrieb des für die Volkswirtschaft wichtigen Eisenbahnnetzes überhaupt noch zu gewährleisten. Dem Steuerzahler werde dies teuer zu stehen kommen.

Auch der deutsche Verkehrsminister Kurt Bodewig habe vor kurzem angekündigt, dass die Deutsche Bahn als einheitliches Unternehmen weitergeführt wird. Das Schienennetz und der Fahrbetrieb werden in Deutschland nicht in eigene Gesellschaft ausgegliedert werden.

"Nur in Österreich glaubt vor allem insbesondere die ÖVP, immer noch, dass eine Auftrennung der ÖBB zu erfolgen hat. Dies obwohl längst nachgewiesen ist, dass allein aufgrund von zusätzlichen Overheadkosten und durch innerbetriebliche Leistungsverrechnung 1,5 Mrd. Schilling Betriebsergebnisverschlechterung sofort eintreten würde", so Eder.

Die Bahnen in Österreich seien für die Wirtschaft und die Abwicklung des Transitverkehrs unverzichtbar. "Angesichts der stark steigenden Verkehrszuwächse sieht aber auch die Europäische Union so und betont in ihrem Weißbuch die notwendige Förderung des Schienenverkehrs. Auch die derzeitige FP/VP-Koalition sollte jetzt endlich dazugelernt haben und sich zu einer starken Bahn in Österreich bekennen", schloss Kurt Eder. (Schluss) ns/mp/mm

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