Greenpeace setzt rechtliche Schritte gegen Wienstrom

Neue Zahlen zu Atomstrom in Österreich

Wien - Trotz gesetzlicher Verpflichtung hat die Wienstrom auf
ihrer
Stromrechnung noch keine Informationen über ihren Atomstromanteil bekannt gegeben. Greenpeace wird deshalb diese Woche sowohl eine Beschwerde beim Stromregulator der e-control einreichen als auch eine Sachverhaltsdarstellung an die Wiener Landesregierung übermitteln. Die Teilrechung der Wienstrom ist die erste Greenpeace bekannt gewordene Stromrechnung, die nach dem 1. Oktober an Haushalte verschickt wurde und keine Kennzeichnung enthält. Weiters nennt Greenpeace die neuesten Zahlen über Atomstrom. "Die Österreicher haben ein Recht darauf, zu erfahren woher ihr Strom kommt. Jeder soll sich frei entscheiden können, ob er saubere Energie oder schmutzigen Atomstrom beziehen will", sagte Greenpeace-Energie-Experte Erwin Mayer.

Nach der Kennzeichnungspflicht im § 45 des Stromgesetzes (ElWOG) sind seit dem 1. Oktober 2001 alle Stromhändler, die in Österreich Strom an Endkunden liefern, verpflichtet, den Anteil von Atom, Kohle, Wasser und Ökostrom auf der Stromrechnung auszuweisen. Die Bestimmungen in den Landesstromgesetzen schreiben dies unabhängig von den immer noch ausständigen Verordnungen zur Präzisierung der Kennzeichnung vor. Trotz mehrmaliger Aufforderung von Greenpeace die Kennzeichnung endlich durchzuführen, sind die Stromhändler bisher untätig geblieben.

Greenpeace kündigt an, auch gegen die anderen Stromhändler in Österreich mit rechtlichen Schritten vorzugehen, sobald weitere Fälle von fehlender Stromkennzeichnung bekannt werden. Weil der Landesgesetzgeber säumig ist und die Stromhändler noch nicht die Wahrheit über ihren Strommix veröffentlicht haben, stellt Greenpeace die aktuellen Atomstromanteile und die Prozentsätze für Kohle, Wasserkraft und Ökostrom aller in Österreich anbietenden Stromhändler den Stromkunden zur Verfügung:

Die fünf größten Atomstromhändler in Österreich sind Switch, Tiwag,
EVN, Wienstrom und VKW. Der Stromdiscounter Switch mit ausschließlich nicht zertifiziertem Strom liefert den europäischen UCTE-Strommix mit 37 Prozent Atomstrom und 47 Prozent aus fossilen Brennstoffen. Die Tiwag verfügt über 21 Prozent Atomstrom und die EVN über 20 Prozent. Der Strommix der Wienstrom besteht aus 30 Prozent Wasserkraft, 54 Prozent Strom aus fossilen Brennstoffen, die wegen dem hohen CO2-Ausstoss das Klima belasten, 16 Prozent Atomstrom und nur 0,4 Prozent Ökoenergie (Wind, Sonne, Biomasse). Auch die VKW hat noch 15 Prozent Atomstrom. Positiv hingegen ist der Strommix in ökologischer Reihung bei der Ökostrom AG, der Alpen-Adria Energy und der Bewag sowie der RWA Wasserkraft zu bewerten.

Weitere Informationen und die vollständigen Zahlen sowie eine Grafik
ist auf Anfrage bei Greenpeace erhältlich.

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Pressesprecher Greenpeace Österreich,
tel. 01-5454580-29 oder 0676-5147246
Mag. Erwin Mayer,
Energie-Experte Greenpeace,
tel. 0664-2700441

MMag. Franko Petri,

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