- 08.10.2001, 11:48:16
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ÖGJ kritisiert Bildungsabbau: Lehrlinge ebenso betroffen, wie SchülerInnen und StudentInnen
ÖGJ ruft Jugendliche zur Teilnahme an Urabstimmung auf
Wien (ÖGJ). "Mit der Einführung der Studiengebühren wurde der
freie Zugang zu Bildung in unserem Land von dieser Regierung
gestrichen. Die ÖGJ ist entschieden gegen diese Art sozialer
Barrieren", erklärt Albert Maringer, Bundesvorsitzender der
Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). Nun gelte es, gemeinsam
gegen den Bildungsabbau vorzugehen. Denn, so Maringer, "beim
Bildungsabbau hat die Regierung keinen verschont."++++
Besonders viele Verschlechterungen, so der Bundesvorsitzende, gab
es für Lehrlinge. "Von der Verlängerung der Probezeit, der Verkürzung
der Behaltefrist, der Ausdehnung der Vorlehre, von der lediglich der
Betrieb profitiert, über Nachtarbeit für Gastgewerbelehrlinge bis zur
Zerstörung des Auffangnetzes für Jugendliche hat die Regierung keinen
Bereich ausgelassen", so Maringer.
Was Maringer besonders verärgert: "Die Prioritäten der Politik
dieser Regierung sind nicht nur jugendfeindlich sondern auch
wirtschaftsschädigend. Das Nulldefizit auf einen goldenen Thron zu
heben und gleichzeitig Tausende Jugendliche auf der Straße stehen zu
lassen, kann nicht der richtige Weg sein. Die Zeit läuft und noch
immer wurden keine zusätzlichen finanziellen Mitteln für ein
Auffangnetz zur Verfügung gestellt." Es sei bereits Mitte Oktober, so
der Bundesvorsitzende, und noch immer wüssten Tausende Jugendliche
nicht, ob sie im kommenden Monat einen Ausbildungsplatz haben werden
oder nicht. "Wir fordern die Regierung auf, sofort 500 Millionen
Schilling zur Verfügung zu stellen, um unseren Jugendlichen eine
Ausbildung zu ermöglichen."
Maringer abschließend: "Wir rufen die jugendliche Mitglieder auf,
sich an der ÖGB-Urabstimmung zu beteiligen, denn trotz mehrfacher
Ankündigungen von Regierungsseite ist im Bereich Bildung nichts
passiert. Im Gegenteil: Die Jugendlichen müssen mit
Verschlechterungen kämpfen. Wir fordern in unserem fünften Punkt eine
schulische und eine berufliche Bildungsoffensive, um die
Zukunftschancen aller zu verbessern - mit dem Ziel eines offenen
Bildungszuganges ohne sozialer Barrieren. Der Großteil der Lehrlinge
ist noch nicht wahlberechtigt und somit sind die
Mitbestimmungsmöglichkeiten begrenzt. Anders bei der
ÖGB-Urabstimmung: Hier zählt jede Stimme und alle Jugendlichen haben
die Möglichkeit ein Zeichen zu setzen."
ÖGB, 8. Oktober 2001
Nr. 814
ÖGB-Urabstimmung vom 24. September bis 15. Oktober 2001
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