NÖ Landwirtschaftskammer setzt Arbeitsgruppe für Biolandbau ein

Schwarzböck: Mehr Unterstützung für Bioproduktion und -vermarktung

St. Pölten, 8. Oktober 2001 (AIZ). - Die NÖ Landwirtschaftskammer installiert unter Einbindung der Bio-Verbände eine Arbeitsgruppe für biologischen Landbau. "Wir wollen damit unser bisher schon breites Bildungs- und Beratungsangebot für Biobetriebe weiter bündeln, koordinieren und verbessern. Darüber hinaus sollen Lösungsvorschläge zu aktuellen Problemen und Zukunftsstrategien entwickelt werden", betont der LK-Präsident Rudolf Schwarzböck. ****

Der Biolandbau sei ein wichtiger Teil der heimischen Land- und Forstwirtschaft, so Schwarzböck. Mit einem Anteil von rund 10 % sei Österreich führend in Europa, die Tendenz sei steigend. "Niederösterreich nimmt dabei eine besonders wichtige Stellung ein:
80 % der im Handel vermarkteten Bioprodukte kommen von NÖ Betrieben. Im Pflanzenbau ist die Nachfrage schon jetzt größer als das Angebot und sogar bei Biomilch wird im Gegensatz zu anderen Bundesländern der Großteil der NÖ Produktion als Biomilch vermarktet", unterstreicht der Präsident.

Steigende Anzahl an Biobetrieben in Niederösterreich

In Niederösterreich gab es im Vorjahr 3.150 Biobetriebe, heuer 3.250 Betriebe und wie sich auf Grund der Anmeldungen vorausberechnen lässt, werden im nächsten Jahr 3.550 Betriebe biologisch wirtschaften. Die bewirtschaftete Fläche wird in Niederösterreich von derzeit rund 71.000 auf 83.000 ha im Jahr 2002 steigen. Es ist aber laut Schwarzböck wichtig, auf die Möglichkeiten des Marktes, die Versorgungssicherung und die Produktions- und Absatzchancen Rücksicht zu nehmen.

Harmonische, marktgerechte Ausweitung des Biolandbaus

"In der Öffentlichkeit immer wieder genannte Überlegungen, wie etwa ein sofortiger 100 %iger Umstieg auf eine ausschließlich biologische Produktion, herbeigeführt durch eine einseitige Einschränkung des Förderinstrumentariums, mögen zwar publikumswirksam klingen, sind aber insgesamt der Sache wenig dienlich. Vielmehr stellt eine harmonische, den Marktmöglichkeiten angepasste Entwicklung des Biolandbaus neben einer wettbewerbsfähigen, modernen, umweltfreundlichen Landwirtschaft auch für den Biolandbau die zweckmäßigste Option dar. Der Abbau von Konfliktpotenzial zwischen Biolandbau und konventioneller Landwirtschaft ist daher ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt der Arbeitsgruppe für 2001 und 2002", betont Schwarzböck.

Neben der Beraterweiterbildung, Tierhaltung (Tierschutz) und konkreten fachlichen Themen wie Bioschweinemast oder Produktion von Biogemüse und -kartoffeln ist die Koordination von Landwirtschaftskammer und Verbänden ein weiterer Arbeitsschwerpunkt.

Vertreter der Bio-Verbände eingebunden

In der Arbeitsgruppe für biologischen Landbau sind sowohl Landeskammerräte (gewählte Bauernvertreter) als auch Vertreter der Bio-Verbände eingebunden. Darüber hinaus soll je ein Experte des Amtes der NÖ Landesregierung und des Bioinfozentrums Edelhof in der Arbeitsgruppe mitwirken. Externe Fachleute werden bei Bedarf zu bestimmten Fragen hinzugezogen.

"Aufbauend auf dem Bio-Aktionsprogramm des Landwirtschaftsministeriums und der Bio-Förderung im Umweltprogramm ÖPUL 2000 trägt die Arbeitsgruppe zu einer positiven und an die Möglichkeiten des Marktes angepasste Entwicklung des Biolandbaus bei. Damit wird unterstützt, dass Österreich seine Spitzenposition in Europa hält und gewährleistet, dass in Niederösterreich die Möglichkeiten der Bioproduktion und -vermarktung bestmöglich ausgeschöpft werden", erläutert Schwarzböck.
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