• 08.10.2001, 09:24:49
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Finnland entwickelt sich zum stabilen, starken Markt für österreichische Exporte

Staat und Wirtschaft sind für Übertauchen des weltweiten Konjunkturtiefs gut gerüstet

Wien (PWK701) - In Zeiten, in denen die Konjunktur weltweit
zurückgeht, richten Exporteure ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf
Länder, in denen weiterhin eine stabile Nachfrage herrscht. Ein
Markt, der diese Kriterien nach wie vor erfüllt, ist Finnland. Georg
Karabaczek, österreichischer Handelsdelegierter in Helsinki, verweist
auf die schlimmen Erfahrungen, die Finnland Anfang der Neunziger
Jahre nach dem Zusammenbruch seines größten Handelspartners
Sowjetunion machen musste, und erklärt:"Die Finnen haben seither hart
gearbeitet, um die Strukturschwächen ihrer Wirtschaft zu beseitigen.
Daher ist das Land heute für einen weltweiten Konjunktureinbruch
besser gerüstet als viele andere."

Die treibende Kraft hinter dem finnischen Aufschwung ist der Export.
Seit 1991 konnten stark ansteigende Exportüberschüsse erwirtschaftet
werden. Aufgrund einer mehrjährigen gemäßigten Lohnpolitik lag
Finnland (laut IMD Competitiveness Report 2000) im Vorjahr in der
Wettbewerbsfähigkeit hinter den USA und Singapur weltweit an dritter
Stelle. Dazu kommt eine hohe Wertschöpfung. Getragen von einer
überdurchschnittlichen Forschungsquote von 3,1 Prozent hat Finnland
mit 22 Prozent einen der höchsten High-Tech-Exportanteile der Welt.

Zwar mussten die Wachstumsprognosen für das laufende Jahr - wie
anderswo auch - bereits mehrmals zurückgenommen werden, von anfangs
4,7 auf nunmehr 1,8 Prozent. "Hier wirkt sich die Abschwächung der
Auslandsnachfrage aus," so der Handelsdelegierte. "Der Inlandskonsum
ist aber weiterhin stabil, sodass insgesamt keine dramatischen
Auswirkungen erwartet werden."

In diesem attraktiven Markt konnte Österreichs Exportwirtschaft heuer
einen bemerkenswerten Erfolg erzielen: Mit einem Zuwachs von 19,9
Prozent nahmen die Ausfuhren nach Finnland im ersten Halbjahr 2001
deutlich stärker zu als die Einfuhren (+ 16 Prozent). Karabaczek:
"Dies ist allerdings erst der Anfang des Aufholprozesses, den wir
noch vor uns haben". Denn mit 5,9 gegenüber 2,95 Mrd. Schilling (ca.
430 gegenüber ca. 215 Mio. Euro) waren die Warenströme von Finnland
nach Österreich immer noch doppelt so stark wie in der Gegenrichtung.

An erster Stelle der österreichischen Exporte nach Finnland liegen
Maschinen und Fahrzeuge, die rund die Hälfte der Lieferungen
ausmachen. Zuletzt besonders erfolgreich waren die Lieferanten von
Spezialmaschinen (+ 144 Prozent), PKW und Papiermaschinen (jeweils +
100 Prozent), gefolgt von elektronischen Spielen (+82 Prozent) sowie
Hebe- und Fördereinrichtungen (+ 50 Prozent). Weitere wichtige
Exportprodukte sind Spezialgarne, Schuhe, Papier, Motoren für
Skibobs, Komponenten für Mobiltelefone, Schienenwartungsmaschinen,
Zucker, Eisen und Stahl, verschiedene Metallwaren, Ski, Tonträger und
Energy Drinks.

Zu den erfolgreichsten Exportfirmen gehören der Salzburger
Kranhersteller Palfinger, der Seilbahnbauer Doppelmayr, der - neben
den meisten Sesselliften in finnischen Skigebieten - im Vorjahr die
erste Personenseilbahn im Skizentrum Levi in Lappland errichtet hat,
und die Textilfabrik Brüder Baumann, deren Produkte bei finnischen
Hotel- und Kreuzfahrtschiffausstattern stark gefragt sind. Im
Mutterland von Nokia gibt es natürlich auch gute Chancen im Bereich
Mobiltelefone: So liefert etwa die oberösterreichische Firma Engel
Spritzgussmaschinen für Handygehäuse, die steirische AT&S die
dazugehörigen Leiterplatten. Aber auch der Energy Drink von Red Bull
ist mittlerweile überall in Finnland erhältlich.

Karabaczek: "In einigen Marktbereichen sind wir bereits sehr
erfolgreich, aber es gibt noch viele ungenützte Möglichkeiten." Die
Außenhandelsstelle in Helsinki setzt daher neben der individuellen
Betreuung österreichischer Exporteure laufend Schwerpunktaktionen, um
neue Märkte für österreichische Produkte zu erschließen.

2001 und auch 2002 stehen die Bereiche Umweltschutz und Bioenergie im
Mittelpunkt. Nach umfangreichen Vorgesprächen, die unter Einbindung
der entsprechenden österreichischen Branchen-Cluster mit finnischen
Organisationen und Firmen geführt wurden, wird das österreichische
Angebot im November bei der wichtigsten finnischen Energiemesse, der
Energy 2001, präsentiert. Im Herbst 2002 folgt die Teilnahme an der
wichtigsten Umweltschutzmesse.

Gelegenheit zu einem persönlichen Kontakt mit dem österreichischen
Handelsdelegierten in Helsinki bietet der Aussenhandelssprechtag
"Europa 1" vom 5. bis 9.11.2001 (Linz: 5.11., Graz: 6.11.,
Klagenfurt: 7.11., Wien: 8.11.).

Im Rahmen der Initiative "Export gewinnt" wird ab nun jeden Montag
ein Bericht über einen interessanten Markt für österreichische
Exportunternehmen als Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO)
erscheinen. (pt)

Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich

Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4464
Fax: (01) 50105-263
e-mail: presse@wko.at
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