Finnland entwickelt sich zum stabilen, starken Markt für österreichische Exporte

Staat und Wirtschaft sind für Übertauchen des weltweiten Konjunkturtiefs gut gerüstet

Wien (PWK701) - In Zeiten, in denen die Konjunktur weltweit zurückgeht, richten Exporteure ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf Länder, in denen weiterhin eine stabile Nachfrage herrscht. Ein Markt, der diese Kriterien nach wie vor erfüllt, ist Finnland. Georg Karabaczek, österreichischer Handelsdelegierter in Helsinki, verweist auf die schlimmen Erfahrungen, die Finnland Anfang der Neunziger Jahre nach dem Zusammenbruch seines größten Handelspartners Sowjetunion machen musste, und erklärt:"Die Finnen haben seither hart gearbeitet, um die Strukturschwächen ihrer Wirtschaft zu beseitigen. Daher ist das Land heute für einen weltweiten Konjunktureinbruch besser gerüstet als viele andere."

Die treibende Kraft hinter dem finnischen Aufschwung ist der Export. Seit 1991 konnten stark ansteigende Exportüberschüsse erwirtschaftet werden. Aufgrund einer mehrjährigen gemäßigten Lohnpolitik lag Finnland (laut IMD Competitiveness Report 2000) im Vorjahr in der Wettbewerbsfähigkeit hinter den USA und Singapur weltweit an dritter Stelle. Dazu kommt eine hohe Wertschöpfung. Getragen von einer überdurchschnittlichen Forschungsquote von 3,1 Prozent hat Finnland mit 22 Prozent einen der höchsten High-Tech-Exportanteile der Welt.

Zwar mussten die Wachstumsprognosen für das laufende Jahr - wie anderswo auch - bereits mehrmals zurückgenommen werden, von anfangs 4,7 auf nunmehr 1,8 Prozent. "Hier wirkt sich die Abschwächung der Auslandsnachfrage aus," so der Handelsdelegierte. "Der Inlandskonsum ist aber weiterhin stabil, sodass insgesamt keine dramatischen Auswirkungen erwartet werden."

In diesem attraktiven Markt konnte Österreichs Exportwirtschaft heuer einen bemerkenswerten Erfolg erzielen: Mit einem Zuwachs von 19,9 Prozent nahmen die Ausfuhren nach Finnland im ersten Halbjahr 2001 deutlich stärker zu als die Einfuhren (+ 16 Prozent). Karabaczek:
"Dies ist allerdings erst der Anfang des Aufholprozesses, den wir noch vor uns haben". Denn mit 5,9 gegenüber 2,95 Mrd. Schilling (ca. 430 gegenüber ca. 215 Mio. Euro) waren die Warenströme von Finnland nach Österreich immer noch doppelt so stark wie in der Gegenrichtung.

An erster Stelle der österreichischen Exporte nach Finnland liegen Maschinen und Fahrzeuge, die rund die Hälfte der Lieferungen ausmachen. Zuletzt besonders erfolgreich waren die Lieferanten von Spezialmaschinen (+ 144 Prozent), PKW und Papiermaschinen (jeweils + 100 Prozent), gefolgt von elektronischen Spielen (+82 Prozent) sowie Hebe- und Fördereinrichtungen (+ 50 Prozent). Weitere wichtige Exportprodukte sind Spezialgarne, Schuhe, Papier, Motoren für Skibobs, Komponenten für Mobiltelefone, Schienenwartungsmaschinen, Zucker, Eisen und Stahl, verschiedene Metallwaren, Ski, Tonträger und Energy Drinks.

Zu den erfolgreichsten Exportfirmen gehören der Salzburger Kranhersteller Palfinger, der Seilbahnbauer Doppelmayr, der - neben den meisten Sesselliften in finnischen Skigebieten - im Vorjahr die erste Personenseilbahn im Skizentrum Levi in Lappland errichtet hat, und die Textilfabrik Brüder Baumann, deren Produkte bei finnischen Hotel- und Kreuzfahrtschiffausstattern stark gefragt sind. Im Mutterland von Nokia gibt es natürlich auch gute Chancen im Bereich Mobiltelefone: So liefert etwa die oberösterreichische Firma Engel Spritzgussmaschinen für Handygehäuse, die steirische AT&S die dazugehörigen Leiterplatten. Aber auch der Energy Drink von Red Bull ist mittlerweile überall in Finnland erhältlich.

Karabaczek: "In einigen Marktbereichen sind wir bereits sehr erfolgreich, aber es gibt noch viele ungenützte Möglichkeiten." Die Außenhandelsstelle in Helsinki setzt daher neben der individuellen Betreuung österreichischer Exporteure laufend Schwerpunktaktionen, um neue Märkte für österreichische Produkte zu erschließen.

2001 und auch 2002 stehen die Bereiche Umweltschutz und Bioenergie im Mittelpunkt. Nach umfangreichen Vorgesprächen, die unter Einbindung der entsprechenden österreichischen Branchen-Cluster mit finnischen Organisationen und Firmen geführt wurden, wird das österreichische Angebot im November bei der wichtigsten finnischen Energiemesse, der Energy 2001, präsentiert. Im Herbst 2002 folgt die Teilnahme an der wichtigsten Umweltschutzmesse.

Gelegenheit zu einem persönlichen Kontakt mit dem österreichischen Handelsdelegierten in Helsinki bietet der Aussenhandelssprechtag "Europa 1" vom 5. bis 9.11.2001 (Linz: 5.11., Graz: 6.11., Klagenfurt: 7.11., Wien: 8.11.).

Im Rahmen der Initiative "Export gewinnt" wird ab nun jeden Montag ein Bericht über einen interessanten Markt für österreichische Exportunternehmen als Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) erscheinen. (pt)

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