RFW: Luxemburger Modell als Wirtschaftsmotor einsetzen Hofmann: Wichtige Maßnahme für Klein- und Mittelbetriebe und effiziente Bekämpfung der Schattenwirtschaft

Wien, 07-10-01 (OTS) Der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW) wird sich für die Einführung des sogenannten Luxemburger Modells einsetzen. Das hat heute Bundesobmann NAbg. Max Hofmann angekündigt. Das Modell, welches privaten Bauherrn eine Mehrwertsteuer-Rückvergütung ermöglicht, soferne diese den Abgabenbehörden Rechnungen im Sinne des § 11 UStG der Lieferanten und Leistungsbringer (Professionisten) vorlegen, müsse als Wirtschaftsmotor eingesetzt werden.****

Das Pfuscherwesen führt besonders in der Bauwirtschaft zu sehr negativen volkswirtschaftlichen Entwicklungen, zumal gerade dort die illegale Beschäftigung sowie die Konkurrenzierung des Baugewerbes durch die Schattenwirtschaft einerseits Arbeitslosigkeit und andererseits verminderte Lohn-, Umsatz- und Gewinnsteuern mit sich bringen.

Hochrechnungen nach Umfragen haben ergeben, daß fast 25% aller im Lande durchgeführten Neu- und Umbauten durch "Eigenleistung, Nachbarschaftshilfe oder Pfusch" entstehen, im Bereich ausschließlich privater Bauprojekte liegt dieser Wert sogar bei knapp 4O%. Als Ursache für die Flucht in die Schattenwirtschaft und die Beschäftigung von Pfuscherpartien wird zumeist die enorme Mehrwertsteuerbelastung offiziell vom Handwerker durchgeführter Arbeiten genannt.

Am häufigsten gepfuscht - in 46 Prozent der Fälle - wird beim Renovieren und Bau von Wohnungen und Häusern, gefolgt von Reparaturarbeiten am Auto mit 25 Prozent und an Elektrogeräten mit 20 Prozent. Mehr als Zwei Drittel der Bevölkerung sind der Meinung, dass man sich heute ohne Pfusch vieles nicht leisten könnte. Für eine Pfuscherstunde wird in Österreich mehrheitlich zwischen 100 und 200 S gezahlt, wobei 26 Prozent der Befragten angeben, 200 S und 21 Prozent 100 S für die Stunde auszugeben. Mehr als 500 S zahlen lediglich zwei Prozent.

Schwarzarbeit wächst in Österreich 2,5 mal so schnell wie die offizielle Wirtschaft. Pfusch ist in Österreich nach wie vor ein Kavaliersdelikt und legt deutlich stärker zu als das BIP. Die Schwarzarbeit wird heuer um 6,6 Prozent von 272 Mrd. S auf 291 Mrd. S (21,1 Mrd. Euro) steigen, prognostiziert der Volkswirt der Linzer Kepler Universität, Friedrich Schneider. Geht man für heuer von einem offiziellen BIP-Wachstum von 2,6 Prozent (Wifo) aus, dann wird die Schattenwirtschaft 2,5 Mal schneller wachsen als die offizielle Wirtschaft. Dem Finanzminister werden demnach durch den Pfusch heuer 30 Mrd. S entgehen.

Beim Luxemburger Modell würde all jenen Bauherren, die ihre Arbeiten von Professionisten durchführen lassen, mindestens 5O% der bezahlten Mehrwertsteuer rückvergütet.
Wirtschaftsforscher erwarten sich durch diese Maßnahme, daß rund ein Drittel der Pfuscharbeiten ,legalisiert' werden könnte sowie einen deutlichen beschäftigungspolitischen Effekt.

"Genau das ist es, was die heimische Wirtschaft derzeit so dringend braucht. Es müssen Maßnahmen gesetzt werden, die eine Aufbruchstimmung in der Wirtschaft und ein positives Wirtschaftsklima signalisieren", so Hofmann.

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