"Engel auf Pfoten" berichtigen Aussagen des ORF

Vorfälle beim Tatz und Co Award dennoch fragwürdig

Die Sehbehinderten- und Blindenorganisation "Engel auf Pfoten" möchte diverse Kernaussagen der Aussendung OTS0211 als unrichtig zurückweisen und nochmals die Fakten klarlegen. Es wird darin hingewiesen, dass der "Tatz & Co Award" kein Gewinnspiel ist. Unsere Frage: warum erhält der Gewinner dann einen Preis von ÖS 100.000.- -wobei auch zu hinterfragen warum bei allen Gewinnspielen Juristen beisitzend sind und hier nicht?

Die Sehbehinderten- und Blindenorganisation "Engel auf Pfoten" steht in engem Kontakt mit der Organisation "Happy Kids" und nahm auf Anregung dieses Vereins am Wettbewerb teil, der zum damaligen Zeitpunkt aus der Internetabstimmung bestand. Es waren über andere Abstimmungsmodalitäten keinerlei Informationen gegeben. Nach dem Einstieg Anfang Juli 2001 konnten die "Engel auf Pfoten" binnen kurzer Zeit einen Stand von über 4300 Stimmen mit einem Notendurchschnitt von 1,3 und damit Platz 1 erreichen, da die Organisation bundesweit intensive Öffentlichkeitsarbeit in Schulen mit ihren Blindenführhunden betreibt.

Am Dienstag, dem 10. 7. 2001 waren die bereits erhaltenen Stimmen nicht mehr sichtbar. Nach dem Absturz hatten wir nur noch 11 Stimmen und einen Notendurchschnitt von 2,5. Der Verein "Happy Kids" war übrigens komplett aus dem Rennen und auch wir waren nicht mehr unter den Top Ten platziert, konnten jedoch bald wieder 1300 Stimmen erreichen, es änderte sich jedoch am Notendurchschnitt von 2,5 nichts mehr obwohl unsere "engel" mit 1 stimmten (?).

Aufgrund dieser Ereignisse tauschten wir regelmäßig mit dem Verein "Happy Kids" (Petra Doppermann) Informationen über die erfolgten Ereignisse aus und versuchten der Sache auf den Grund zu gehen. Nach mehreren Versuchen, die für die Redaktion verantwortliche Frau Elisabeth Rettenmoser bezüglich diesen Problems zu kontaktieren, vertröstete man uns auf den 3.8. 2001, mit dem Hinweis, dass ihr Urlaub dann zu Ende wäre. In der Zwischenzeit, nachdem wir feststellen mussten, dass keiner der anderen Award Teilnehmer Stimmen verloren hatte, versuchten wir zu hinterfragen warum man so aus dem Rennen geworfen wird, ohne diese Problematik öffentlich oder medial zu erläutern.

Aufgrund mehrerer Rücksprachen mit Herrn Lauterer (zuständig für die technische Betreuung) brachten die "Happy Kids" folgendes in Erfahrung: er wurde angewiesen auf eventuelle Hacker-Zugriffe zu achten und das ganze System zu durchleuchten. Beim nächsten Telefonat meinte er: "er könne keinen Fehler finden "wenn hier jemand manipuliert hätte, dann müsste das von weit oben kommen".

Daher verfassten wir Schreiben an Generalintendant Weis, an Masterfoods (Pressestelle), an die Redakteurin Frau Rettenmoser ("Tatz & Co" ) sowie nachrichtlich an Ing. Peter Westenthaler in seiner Funktion als ORF-Kuratoriums-Mitglied.

Nur Frau Elisabeth Rettenmoser wandte sich dann auch wenige Tage vor Ende ihres Urlaubs telefonisch an uns, mit großem Bedauern, dass sie selbstverständlich nichts dafür könne, weil sie ja auf Urlaub sei und für die technische Betreuung sowieso ORF-ON verantwortlich sei. Es wurde ein persönlicher Termin vereinbart um die Angelegenheit zu klären. Zu diesem in der ORF-Aussendung erwähntem Gespräch am 8.8. 2001 kam auch der Veterinärmediziner Mag. Markus Hübl. Von Seiten der Sehbehinderten- und Blindenorganisation waren der Obmann Roland Komuczky, die Obmann-Stellvertreterin Mag. Nicole Scholz sowie der Sekretär Gerhard Peschke anwesend.

Im Zuge des Gesprächs wurde uns der olympische Gedanke "dabeisein ist alles" näher gebracht und auf die Frage, ob wir die Stimmen, die wir verloren haben wieder angerechnet werden, erhielten wir die Antwort, das gehe nicht, denn es haben alle Teilnehmer ihre Stimmen verloren, was aber unrichtig war.

Wir argumentierten, dass es bei verantwortungsvoller Durchführung eines solchen Votings sicherlich Sicherungskopien erstellt werden müssten und damit ersichtlich sei wer wann wie viele Stimmen verloren hätte. Die Antwort war mehr als haarsträubend: man könne keine Backups machen, weil dafür kein Geld vorhanden sei und das ORF-Kuratorium auch nicht mehr Mittel bewillige. Wir haben auch hingewiesen, dass wir mit dem Verein "Happy Kids" in Kontakt stehen und seit den Vorfällen Informationen austauschten. Im Zuge des Gesprächs wurde das Telefonvoting zum ersten Mal erwähnt und Frau Rettenmoser sicherte zu, dass im nächsten Jahr keine Pannen passieren dürften. Weiters wurde uns gesagt, dass die Preisverleihung am 4.10. in Schönbrunn unter Anwesenheit aller Finalisten stattfinden werde. Der Verein "Happy Kids" wurde danach kontaktiert und sie wurden aus der Versenkung geholt und unter die "Top Five" gereiht (dafür wurde kurzerhand ein anderes Projekt aus dem Rennen geworfen).

Während dieser Zeit nahm Herr Lauterer in einem Telefonat mit Petra Doppermann (Happy Kids) wie auch seine Sekretärin Frau Dvorschak (ORF ON) offiziell alle Schuld auf sich, mit dem Hinweis, dass sie sehr wohl wüssten wie viele Stimmen da waren, aber die Wiederherstellung nicht möglich war. Festzustellen ist weiters, dass im Internet wie auch in den TV-Beiträgen erwähnt wurde, dass jeder der sich daran beteilige und eine Stimme abgibt, ein kleines Dankeschön (Tiernahrung) erhält. Auch dem war nicht so, keiner der für uns oder Happy Kids gevotet hat, konnte den Erhalt bestätigen.

Vor dem Telefonvoting (TED-Umfrage) ersuchten sowohl die "Happy Kids" als auch die "Engel auf Pfoten" ihr engeres Umfeld beim Abstimmen genaue Aufzeichnungen über die Anzahl der abgegebenen Stimmen zu machen. Aufgrund dieser Informationen konnten die "Happy Kids" über 1500, die "Engel auf Pfoten" über 19.000 Stimmen erreichen.

Außerdem konnten Freunde und Bekannte beider Vereine feststellen, dass die Leitungen öfters überlastet waren und eine Stimmabgabe nicht möglich war, während es beim Sieger keinerlei Probleme gab. Ein weitere Rätsel auch die angebliche "Live"-Schaltung während der (wie von ORF-Technikern erfahren) aufgezeichneten "Tatz & Co" Sendung am 29.9. wo der Sieger sofort nach Einblenden des Ergebnisses bekanntgegeben wurde. Die schiefe Optik wurde schließlich durch das Ansetzen einer geschlossenen Veranstaltung zur offiziellen Preisverleihung vervollständigt. Aus unserer Sicht war das Ganze nichts anderes als eine gut getarnte Werbungsplazierung des Hauptsponsors.

Rückfragen & Kontakt:

Sehbehinderten- und Blindenorganisation "Engel auf Pfoten"
(Schluss)

Roland Komuczky - Öffentlichkeitsarbeit, mobil
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0699/100b 924 29

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