"Kleine Zeitung" Kommentar: "Zwei in der Krise" (von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 07.10.2001

Graz (OTS) - Feuchten Auges erinnern wir uns an die Tage des Glücks, als Schwarz und Blau durch Tierparks flanierten, Äffchen streichelten und mitternachts durch Galerien streiften.

Es war eine verbotene Liebe, das machte sie stark. Als der Bann fiel, riss das Band. Und jetzt: Was Leidenschaft war, schafft nur noch Leiden.

Warum die Bindung dennoch hielt? Weil sich kein Dritter als Freier bot. Es gab zwei fixe Paare, Schwarzblau und Rotgrün, und einen Abgrund dazwischen. Der hat jetzt ein Brücklein. Über sie klettert abends, wenn es dunkel wird, die SPÖ, rückt ab von den Grünen, die schon das Brautkleid nähten, und flirtet mit dem Ex.

Man trifft sich wieder.

Nicht dass die ÖVP den Balztönen erliegen würde, aber sie kommen ihr nicht ungelegen im Gezänk mit dem Partner. Ihm kann sie jetzt deuten: Gib acht, was du tust, ich bin dir nicht mehr ausgeliefert! Ich könnte, wenn ich wollte!

Die FPÖ zürnt vor Eifersucht. Sie hat niemanden zum Gegenflirten und raus aus der Beziehung kann sie auch nicht. Sie wäre wieder Single. Was sie tröstet: Der Partner kann auch nicht raus. Er wäre wieder der Zweite.

Also werden sie wohl zusammenbleiben. Wir bleiben dran. ****

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