Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Beamte: Tennis- statt Arbeitsplatz

Klagenfurt (OTS) - Die Formel, unter deren Beachtung freiheitlicher Marschtritt brachial Richtung Mittelpartei erfolgte, ist nach einfachem Muster gestrickt: Es "denen da oben" zeigen. Ein beachtlicher Teil "derer da unten" (und nicht nur sie) haben besagtes Programm begeistert aufgenommen, die FPÖ sogar in den Staatsolymp gehievt. Dort angelangt, verstrickt sich Blau zunehmend in Paradoxem:
Gipfelsturm verschmilzt mit den Mühen der Ebene. Mit anderen Worten:
Die Partei, die alles superneu machen wollte, schaut echt alt aus. Beispiel? Unter inzwischen auch schon Auslassung jeglichen Staunens erfährt man von Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, dass die Bundesregierung beabsichtige, Beamten, denen kein geeignetes Betätigungsfeld zur Verfügung steht, im Zuge eines "Sozialplanes" die Pensionierung anzubieten. Das Angebot gilt für Staatsdiener ab dem Alter von 55 Jahren. Als weiteres Ruhestandszuckerl winken 80 Prozent des Beamten-Letztbezuges.
"Diese Regelung kommt dem Steuerzahler immer noch billiger, als den Leuten hundert Prozent für Nichtstun zu zahlen", verrät die Vizekanzlerin, und ob solcher Logik sind wir nun doch bass erstaunt. Ausgerechnet jene Partei, die nicht müde wurde und wird, die Frühpensionierungsmodelle der Sozialdemokraten und der ÖVP zu geißeln, schickt sich an, jede Menge Beamte Richtung Tennisplatz zu katapultieren. Gleichzeitig erfolgt - wie köstlich verwirrend! - die schrittweise Anhebung - auch - des Pensionsantrittsalters der Beamten um eineinhalb auf 61,5 Jahre. Dies keineswegs in Schilda, sondern im Staate Österreich.

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