Netzwerk Innovation: Gusenbauer präsentiert 10-Punkte-Programm für Bildung

Sprachen und Bildungsprämienmodell im Mittelpunkt

Salzburg (SK) - "Als Grundlage für die weitere Arbeit der SPÖ im Bildungsbereich und für ein Bildungskonzept habe ich ein Zehn-Punkte-Programm ausgearbeitet, das unter anderem die gestern präsentierten Vorschläge für eine Bildungsprämie, ein Bildungskonto, Bildungsbonus und Fremdsprachenoffensiven ebenso wie freien Hochschulzugang enthält", erklärte SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer Samstag beim SPÖ-Bildungskonvent des Netzwerk Innovation in Salzburg. Gusenbauer forderte, dass die Lust auf Weiterbildung und Auseinandersetzung stimuliert werden sollte. Als zentralen Wert im Zentrum der Bildungspolitik nannte Gusenbauer die Motivation zur Selbstbestimmung, weil das der Kern der Auseinandersetzung mit der Umwelt sei. Die Diskussion müsse sich auf die Weiterbildung konzentrieren, wo Österreich nach einem OECD-Bericht 15 Milliarden Schilling fehlten. Über die Chancen der Menschen würde auf dem Sektor der Bildung entschieden und auch bei der Weiterbildung müsste Chancengleichheit geschaffen werden. ****

Erstmals könne die Elterngeneration nicht sicher sein, dass es den Kindern besser gehen würde, was die enorme Bedeutung von Bildung für die Zukunft spiegle. "Bildung darf nicht in nützliche und unnütze bzw. schöngeistige unterteilt werden. Deshalb brauchen wir eine Verschränkung von Allgemeinbildung einschließlich sozialer und kultureller Fähigkeiten und beruflicher Bildung", so der SPÖ-Chef. Sprachliche und kommunikative Kompetenzen seien in Zeiten von Globalisierung und Internationalisierung eine Grundvoraussetzung von für die schulische Ausbildung. Im Hinblick auf die EU-Erweiterung sei dabei nicht nur an Englisch zu denken. Gusenbauer forderte auch den Abbau von geschlechtsspezifischen Barrieren.

Gusenbauer präsentierte anschließend sein Zehn-Punkte-Programm und dessen konkrete Projekte:

"Bildung soll in die frühen Lebensjahre ausgedehnt werden. Ein verpflichtendes Vorschuljahr mit Spiel- und Lernmöglichkeiten kann in den Bereichen sprachliche Ausdrucksfähigkeit, Konfliktlösung und kreative, musische Kompetenzen sinnvoll sein. Zweitens sollte mehrsprachiger Unterricht ab der ersten Volksschulklasse eingeführt werden - zweisprachige Kinder sind intelligenter. Drittens sollte die relativ starre Gliederung der Oberstufen stärker aufgelöst werden. Vor allem im ländlichen Bereich sind Bildungsregionen mit Modulen ein Garant für eine Verbesserung der Situation", erläuterte der SPÖ-Chef.

Da derzeit die Nachfrage an Ausbildungsplätzen das Angebot übersteige, müssten neue Kapazitäten geschaffen werden. Fünftens und als Alternative zur dualen Ausbildung, die nach wie vor die Grundlage darstelle, könnten z.B. Berufsfachschulen mit starker Praxisorientierung gelten. Polytechnische Schulen könnten im Gegenzug abgeschafft und das Lehrstellenproblem beseitigt werden. Das Nachholen von Bildungsabschlüssen müsste gratis sein, da Menschen in ihrem Leben mehrere Chancen bräuchten. "Die Primärausbildung muss wieder gebührenfrei sein und Studiengebühren müssen abgeschafft werden", so Gusenbauer. Außerdem dürften die Unis nicht zu einem autoritären Charakter zurückkehren. Was an Mitbestimmung in den vergangenen Jahren entwickelt worden sei, sollte auf ein modernes Niveau gehoben werden.

Das Freitag präsentierte dreiteilige System aus Bildungsprämie, die jedem Bürger 5.000 Euro seitens des Staates garantiere im Gegenzug zu zwei Prozent seines Bruttogehaltes, und Bildungsbonus und Bildungskredit bezeichnete der SPÖ-Vorsitzende als innovativ und geeignet, die Lücke bei der Weiterbildung zu schließen. Die 5.000 Euro stünden sofort nach Vertragsabschluss zur Verfügung, der Bildungskredit mit 30.000 Euro sei sogar für ein Studium an einer internationalen Universität geeignet und seine Rückzahlungsraten seien steuerlich absetzbar. Der Bildungsbonus sei anders als das jetzige Steuermodell für jede Unternehmensgröße geeignet: Unternehmen würden 15 Prozent ihrer Kosten für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter nach diesem Modell ersetzt bekommen, bei Mitarbeitern über 45 Jahre sogar 30 Prozent. Dieses Modell würde in Österreich einen boomenden Weiterbildungsmarkt eröffnen, erklärte Gusenbauer. Bis zu 25 Milliarden an Weiterbildungsinvestitionen könnten ausgelöst werden. Natürlich müsste für alle diese Maßnahmen als letzten Punkt flexible Bildungskarenz zur Verfügung gestellt werden. Abschließend konstatierte Gusenbauer der heutigen Diskussion Gusenbauer ein "ausreichendes Provokationsniveau".

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