Netzwerk Innovation: Publikumsdiskussion zum Thema "Anforderungen an ein zukünftiges Bildungssystem"

Salzburg (SK) - "Es geht darum, allen die gleichen Bildungschancen zu eröffnen. Die derzeitige Bundesregierung setzt Schritt für Schritt, um den Zugang zu beschränken", so SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl heute, Samstag, bei einer Publikumsdiskussion im Rahmen des Bildungskonvents des Netzwerks Innovation. "Eine Differenzierung ist nicht nur sozial ungerecht, sondern auch wirtschaftsfeindlich." Es sei zu befürchten, dass neben den Studiengebühren auch noch andere Maßnahmen folgen würden. Kuntzl nannte in diesem Zusammenhang die Debatte um die Einführung eines Schulgeldes. ****

"Bildung darf nicht nur auf eine Phase des Lebens beschränkt sein", betonte Kuntzl. Deshalb sei es wichtig, auch den Vorschulbereich in die Diskussion um eine Verbesserung des Bildungssystems mit ein zu beziehen. "Der Kindergarten wird nur im Zusammenhang mit Frauenberufstätigkeit genannt." Mit einer Qualitätsverbesserung in diesem Bereich könnte beispielsweise die bilinguale Ausbildung bereits im Vorschulalter beginnen.

"Von einem modernen Bildungssystem verlangt man die Anpassung an den Konsumenten, das heißt an den Schüler oder Studenten", stellte der Bildungssprecher der SPÖ, Dieter Antoni, fest. Verhindert werde dies oft durch mangelnde Flexibilität in der Schulverwaltung oder durch nicht mehr zeitgemäße Unterrichtsformen. Auch die immer wieder propagierte Aussage, jeder hätte die Möglichkeit zwischen diversen Bildungseinrichtungen zu wählen, sei eine Lüge. Besonders der ländliche Raum sei hier massiv benachteiligt. "Wir müssen Bildungsinstitutionen der zweiten Chance schaffen", forderte der Abgeordnete. Menschen, die den Anforderungen des Bildungssystems nicht gewachsen seien, müsse man eine weitere Chance zugestehen, um einen Abschluss zu erhalten.

"Fünfzehn Jahre alte betriebswirtschaftliche Ansätze führen in die Katastrophe. Das können wir uns für unser Bildungssystem nicht leisten" kritisierte SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser. Ein wichtiger Beitrag für die Diskussion der nächsten Jahre sei, welchen Stellenwert private Institutionen im Bildungsbereich einnehmen werden. Nur durch einen geregelten Umgang mit privaten Einrichtungen könne die Dynamik aufrechterhalten werden. Die SPÖ müsse diesbezüglich ihr Verhältnis zwischen Staat und privaten Anbietern überdenken. Die vorgeschlagene Bildungsprämie der SPÖ würde es den Menschen ermöglichen, selbst die Bildungseinrichtung zu wählen. Dies sei ein erster Schritt in diese Richtung.

Vier Parameter sind laut Susanne Brandsteidl, Präsidentin des Wiener Stadtschulrates, für eine moderne Bildungspolitik ausschlaggebend: Als erstes sei eine Begabungsförderung notwendig. "Das hat nichts mit Eliteförderung zu tun", bemerkte Brandsteidl. Des weiteren sei ein innovativer und unverkrampfter Zugang zu neuen Technologien wünschenswert. Als dritten Punkt nannte die Präsidentin die Förderung der Bilingualität. Abschließend forderte sie die Umstellung des herkömmlichen Schulwesens in ein modulartiges System. Besonders in der AHS Oberstufe und den BHS würde dadurch das klassische Sitzenbleiben wegfallen.

"Man muss sich vor Augen führen: Seit diesem Semester kostet Bildung in Österreich wieder Geld", betonte Andrea Mautz, Vorsitzende der Österreichischen Hochschülerschaft. Zwar würde die Bundesregierung behaupten, ihr Modell sei zukunftsweisend, allerdings sei das Gegenteil der Fall. Besonders berufstätige Studenten würden von den Unis verdrängt und ausländische Studierende seien benachteiligt. Die Österreichische Hochschülerschaft werde alles daran setzen, gegen die Vorhaben der Bundesregierung zu kämpfen. Mautz rief abschließend zur Unterstützung des Bildungsvolksbegehrens auf, das zwischen 6. und 13. November zur Unterschrift aufliegt. (sw)

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