Wirtschaftsbund: Stärkung des Mittelstandes

St. Wolfgang (OTS) - * G E S P E R R T bis 6.10.2001, 12.00 Uhr *

Der Wirtschaftsbund versteht sich seit seiner
Gründung als das politische Sprachrohr der kleinen und mittleren Unternehmen, als Anwalt, der ihre berechtigten Interessen vertritt. Anreize zur Selbständigkeit und viele miteinander im Wettbewerb stehende Unternehmen sind für den Wirtschaftsbund die Basis einer funktionierenden Marktwirtschaft, ein breiter Mittelstand ist das Kernstück einer Gesellschaft. Mittelstandspolitik ist daher gleichermaßen Standortpolitik wie auch Gesellschaftspolitik. Zur Stärkung und Förderung des Mittelstandes verpflichten wir uns. ****

Berechenbare Rahmenbedingungen

Die mittelständischen Unternehmer brauchen klare, verlässliche und berechenbare Rahmenbedingungen, um längerfristige Investitionen tätigen zu können. Dies gilt gleichermaßen für die Steuer- wie auch für die Förderungspolitik. Nicht umsonst wird der Standort Österreich gerade wegen seiner Berechenbarkeit - stabile soziale Lage, geringe Streikhäufigkeit durch funktionierende Sozialpartnerschaft -geschätzt und auserkoren. Diesen Vorteil gilt es weiter auszubauen. Vor der Änderung einer Bestimmung, vor dem Beschluss eines neuen Gesetzes müssen daher die Auswirkungen auf den Mittelstand überprüft und berücksichtigt werden.

Reduktion von Steuern und Abgaben

Österreich hat durch die Steuerreformetappen im letzten Jahrzehnt an Attraktivität gewonnen. Nun droht aber dem Wirtschaftsstandort aus zwei Richtungen Gefahr: zum einen entfernt sich Österreich durch die Steuersenkungspläne der EU-Partner noch weiter vom Durchschnitt, zum anderen bieten Förderungen mehr Anreiz in den Reformländern zu investieren. Der im Inland ansässige Mittelstand hat nur geringe Möglichkeiten steuerschonend zu disponieren und trägt die Hauptlast des Steueraufkommens. Nach den notwendigen Maßnahmen zur Sanierung des Staatshaushaltes muss es daher mittelfristiges Ziel sein, die Steuer- und Abgabenquote auf das EU-Niveau abzusenken.

Erleichterungen bei der Finanzierung

Mittelständische Unternehmen haben eine deutlich schlechtere Eigenkapitalsituation als etwa börsenotierte Großbetriebe, einzelne Branchen wie etwa der Tourismus weisen sogar negative Eigenkapitalquoten auf. Ohne eine solide Kapitalstruktur sind aber langfristige Investitionen z. B. im Forschungsbereich nicht durchführbar. Im Rahmen einer zukünftigen Steuerreform muss es daher zu einer steuerlichen Besserstellung der nicht entnommenen Gewinne kommen. Gleichzeitig muss auf nationaler und internationaler Ebene alles unternommen werden, um den Zugang der mittelständischen Betriebe zu günstigem Kapital zu erhalten (Stichwort Basel II).

Aufbruch nach Europa

Mit der Aufnahme Österreichs in die Europäische Union und der bevorstehenden Erweiterung nach Mittel- und Osteuropa öffnet sich für den heimischen Mittelstand der größte Wirtschaftsraum der Welt. Gleichzeitig bilden die Übergangsfristen im Dienstleistungsbereich für kleine und mittlere Betriebe in der Grenzregion zu den Erweiterungskandidaten ein Sicherheitsnetz für notwendige Anpassungen. Europäisch denken, lokal handeln ist zum Credo vieler mittelständischen Unternehmer geworden. Einige von ihnen haben es sogar in ihren Bereichen zu Weltmarktführern gebracht. Die Wirtschaftskammer mit ihrer Außenhandelsorganisation hat die kleinen und mittleren Betriebe in ihren Bestrebungen tatkräftig unterstützt und damit einen Bewusstseinswandel eingeleitet, der europäische Einigung und Globalisierung nicht als Bedrohung ansieht sondern als große Chance erkennt. Diesen Wandel, diese Öffnung des Mittelstandes hin zu neuen Märkten müssen wir fördern und gleichzeitig die Möglichkeiten zur Kooperation und Vernetzung erleichtern.

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