"profil": Pröll: Haider verstößt verbal gegen Präambel

NÖ-LH Pröll kritisiert Haider scharf - "wieder einmal die Nerven durchgegangen" - gegen Neuwahldiskussion - kein Analss für rot-schwarze Koalitionsspekulationen

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" übt Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll heftige Kritik an seinem Kärntner Amtskollegen Jörg Haider. Diesem seien, so Pröll, in der jüngsten Ausländerdebatte "wieder einmal die Nerven durchgegangen".

Der niederösterreichische Landeshauptmann vertritt die Ansicht, dass Haider durch seine jüngsten Äußerungen die Präambel der Regierungserklärung "in einer extremen Art und Weise in Frage gestellt" und "verbal sicherlich" gegen diese verstoßen habe. In beruhige in diesem Zusammenhang allerdings "dass FPÖ-Chefin Riess-Passer ihren Vorgänger in dieser Frage rasch zurück gepfiffen hat".

Mit der von Jörg Haider jüngst in den Raum gestellten Möglichkeit vorgezogener Neuwahlen auf Bundesebene setze er sich, so der niederösterreichische Landeshauptmann, "nicht auseinander, weil die Führungsleute in der FPÖ keine Tendenz in diese Richtung erkennen lassen". Pröll im "profil"-Interview: "Da kümmert es mich wenig, wenn eine kleine Gruppe um Haider solche Überlegungen hat."

Im Verhältnis zwischen seiner Partei und der SPÖ konstatiert der niederösterreichische ÖVP-Landeshauptmann graduelle Entspannung. Es sei jedoch bedauerlich, so Pröll, "dass es weltbewegender Ereignisse wie der Terroranschläge in den USA bedarf, dass ehemals gute Gesprächspartner wieder auf eine vernünftige Ebene zurück finden". Daraus auf mögliche künftige Regierungskoalitionen zu schließen, wäre jedoch "völlig verfehlt".

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"profil"-Redaktion

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