"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Die Politik der Nicht-Themen

Klagenfurt (OTS) - Die Politik der Nicht-Themen - Es ist erstaunlich, wie selbstherrlich Politik sein kann: Auf Teufel komm raus werden dem Volk Themen aufgezwungen, die nicht Themen des Volkes sind. Oder:
Nicht Themen des Volkes WAREN. Nach wochenlangem Intensiv-Einhämmern ist Österreich da und dort derart aufgestachelt, dass es begeistert Beifall jubelt, wenn die Politik "aufräumt". Aufräumt bei Temelin (gestern starteten die FPÖ-Landeschefs das Volksbegehren, über dessen Sinnlosigkeit mittlerweile niemand mehr redet); aufräumt bei ausländischen Schwerverbrechern; aufräumt bei der Flut von Menschenmassen, die nach der EU-Erweiterung Österreich überrollen; aufräumt mit Fingerprints und Deutschsprachkursen ...
Ja, das sind die Themen, die Österreich glücklicher machen. Und zufriedener. Und sicherer. Flüstert uns die "Partei der Braven und Fleißigen" selbstverliebt zu. Wen kümmert"s da schon, dass Österreichs Wirtschft im Sog der einbrechenden Weltkonjunktur derart auf die Bremse steigt, dass ganze Branchen in die Knie gezwungen und Tausende Menschen aus dem Arbeitsmarkt geworfen werden? Wen interessiert es, dass die Herbstlohnrunde eine Gehaltsaufstockung in den Raum stellt, die weit entfernt ist von der Inflation? Wer hat einen Achselzucker übrig für ein Bildungssystem, das ein unsoziales Elitendenken der Qualität opfert? Wer regt sich auf, wenn ... -offenbar keine Menschenseele.
Haben uns die Stimmen derer, die Nicht-Themen zur Politik aufklären, den Atem genommen? Stimmen, die laut und um sich schlagend sind. Und berechnend ignorant.

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