Bittner: Abgehen von der Pflichtversicherung kommt Schweizer teuer zu stehen

Schweiz beschließt Beitragserhöhung um 10 Prozent KORREKTUR ZU OTS0100 von heute

Wien (OTS) - Im Titel der Meldung muss es wie folgt richtig
lauten:

Bittner: Abgehen von der PFLICHTVERSICHERUNG (Nicht:
Versicherungspflicht) kommt Schweizer teuer zu stehen
Utl.: Schweiz beschließt Beitragserhöhung um 10 Prozent =

Zur Diskussion um das österreichische Pflichtversicherungssystem weist der Vorsitzende der Hauptversammlung des Hauptverbandes Franz Bittner auf die aktuelle Krise im Schweizer System der Versicherungspflicht hin. Das Schweizer Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) hat heute eine Beitragserhöhung um 10 Prozent für das kommende Jahr kundgemacht.

Bittner: "Die Schweiz wird von Vertretern der Regierungsparteien häufig als Vorbild für ein gut funktionierendes Versicherungspflicht-System genannt. Die neuesten Meldungen aus unserem Nachbarland sind jedoch alarmierend: Die Kosten des Schweizer Gesundheitswesens explodieren. Der Kostenanstieg der Schweizer Kassen betrug im Jahr 2000 6,1 Prozent (Österreich: 3,4 Prozent). Für das Jahr 2001 wird ein Anstieg von 6 bis 7 Prozent (Österreich: 4,8 Prozent) erwartet. Extreme Steigerungsraten haben die Schweizer Kassen bei den Medikamentenausgaben zu verbuchen. Im Jahr 2000 stiegen die Aufwendungen in diesem Bereich um 11,5 Prozent (Österreich: 5,7 Prozent). Aufgrund dieser Entwicklungen haben die Schweizer Kassen ihre Beiträge am 1. Januar 2001 um 5,5 Prozent erhöht (Österreich/ASVG: Beitragssenkung um 0,2 Prozentpunkte beim Dienstgeberanteil von Arbeitern) und werden die Beiträge für 2002 um durchschnittlich 10 Prozent anheben."

Ein Vergleich zwischen österreichischer Pflichtversicherung und schweizer Vorsicherungspflicht zeigt die klare Überlegenheit unseres Systems:

  • höhere Kosten des Gesundheitssystems als in Österreich (CH: 10 Prozent des BIP, Ö: 8,3 Prozent),
  • ein niedrigeres Qualitätsniveau als bei uns (WHO-Ranking: Ö 9. Platz, CH 20. Platz),
  • höhere und stärker steigende Beiträge als in Österreich,
  • Verwaltungskosten in der Krankenversicherung, die fast 3 mal so hoch sind wie bei uns und
  • eine Kostenexplosion bei den Kassen, die noch nicht im Griff ist.

"Die äußerst krisenhafte Entwicklung der Versicherungspflicht ist nicht nur in der Schweiz und in Deutschland zu beobachten, sondern in vielen anderen Ländern auch. Es ist verwunderlich, dass es nach wie vor Gesundheitspolitiker gibt, die immer noch glauben, mit einem Systemwechsel könnte das Gesundheitswesen billiger, effizienter und qualitativ besser werden," schloss Bittner.

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