Diskussion: Sport zwischen Medien und Verbänden

Wien, (OTS) Die Schlagzeile des Tages am 4. Oktober war sicherlich die Absage des WM-Qualifikationsspiels Israel - Österreich in Tel Aviv. Dass sich am selben Tag Verbände und Vereine erstmals gemeinsam mit den Medien zusammensetzten, um über die Berichterstattung von Spitzensport und Breitensport zu diskutieren, war aber ebenfalls ein kleine Sensation.
Im Rahmen der von Vizebürgermeisterin Grete Laska initiierten Aktion "Bewegung findet Stadt" hatten die stadt wien marketing service gmbh und das International Press Institute (IPI) erstmals zur Diskussionsrunde dieser Art in den Wappensaal des Rathauses geladen.

Die Meinungen prallten zunächst hart aufeinander: Viele Verbände und Vereine sahen sich in den Medien unterrepräsentiert. Liese Prokop (Sport Union) "Wir brauchen zumindestens die Ankündigungen", Johann Gloggnitzer (Öst. Leichtathletikverband) "Wer nicht in den Medien ist, hat große finanzielle Schwierigkeiten", Ernst Wolner (Öst. Tennisverband) "Über Sport wird auch Politik betrieben", Beate Schasching (ASKÖ) "Ohne Breitensport keine Spitzensport, auch der ökonomische Aspekt des Breitensport muss berücksichtigt werden", Otmar Brix (Öst. Schwimmverband) "Vorleistungen müssen da sein, dann sind die Medien auch fair".

Der ORF, vertreten durch Hans Huber und Edi Finger jun. wies auf die zahlreiche und vielschichtige Berichterstattung hin. Huber: "Im Jahr 2000 hat ORF 1 allein 1.228 Stunden Sport gesendet. Johann Skocek (Standard) über die Bedeutung des Sports: "Der Sport kommt ohne Medien aus, die Medien aber nicht ohne Sport", Tino Teller (News) vertrat dagegen die Ansicht, dass für sein Medium nur die großen "Helden" des Sports wie Hermann Meier interessant seien. Zur Begriffsdefinition von Spitzensport und Breitensport trug Sportamtsleiter Ferdinand Podkowicz entscheidend bei. "Aber auch der vereinsungebundene Sport muss berücksichtigt werden". In Wien sei die Zusammenarbeit mit den Medien sehr gut. Einsichtig zeigte sich auch ein Funktionär des Fechtverbandes mit seiner realistischen Wortmeldung: "Was nützt uns die beste Berichterstattung im ORF, wenn die Zuschauer inzwischen aufs WC gegen".

Diskussionsleiter Peter Schröcksnadel (Öst. Skiverband) gab allen Funktionären die wichtigen Rat auf den Weg, an ihre Sportler und an ihre Visionen zu glauben. "Jeder Verband muss sich selbst vermarkten können und braucht dazu mutige Funktionäre. Wenn die Vorleistungen da sind, steigen auch die Medien ein." Sein Resümee:
Die Veranstaltung habe wesentlich zum Abgleichen von verschiedenen Erwartungshaltungen beigetragen, sodass es in Zukunft mehr Kooperation geben werde. (Schluss) eb/

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