Viennale vom 19. bis 31. Oktober

Stadtrat Mailath-Pokorny zur Filmsituation in Österreich

Wien, (OTS) In den kommenden Wochen wird Wien das Mekka des internationalen Films sein: Von 19. bis 31. Oktober findet die Viennale statt, die heuer zum 39. Mal präsentiert wird. Insgesamt werden rund 200 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme gezeigt, zum größten Teil sind es österreichische Erstaufführungen. Das genaue Programm wurde am Freitag in einem Pressegespräch vorgestellt, an dem Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny, der Direktor der Viennale Hans Hurch und der Direktor des Österreichischen Filmmuseums Peter Konlechner teilnahmen.****

Stadtrat Mailath-Pokorny stellte zu Beginn seiner Ausführungen fest, dass die Viennale in den vergangenen Jahren konstant erfolgreich gewesen war. So hätten im Jahre 2000 an zwölf Tagen 64.000 Besucher den Veranstaltungen beigewohnt. Wenn auch der Publikumserfolg nicht allein ausschlaggebend sei, werte er dies als positives Indiz. Die Viennale sei auch ein wesentliches Forum für den österreichischen Film. Heuer würden 20 Produktionen made in Austria gezeigt. Insgesamt sei es ein anspruchsvolles Programm, das inhaltlich die Besucher fordern werde. Er sei froh, so Mailath-Pokorny, dass Struktur, Organisation und finanzielle Absicherung so wären wie sie sind. Grundsätzlich seien die Viennale wie auch andere Festivals ein gesamtösterreichisches Anliegen und er bedauere es, dass der Bund die Viennale nur mit einem kleinen Teil unterstütze.

Zur Rolle des österreichischen Films stellte er fest, es gelte das vorhandene Potential zu fördern. Die Stadt Wien habe versucht, die Mittel zu erhöhen und auf eine neue Basis zu stellen. Er kritisierte in diesem Zusammenhang die intensiven Kürzungen beim ORF, die sich speziell im Kulturbereich auswirken würden. Es sei der falsche Weg, unter dem Deckmantel "Null-Defizit" bei der Kultur zu sparen. Er, Mailath-Pokorny, sei als Partner dabei, an einer bereichsübergreifenden Regionalinfrastruktur mitzuwirken. Von Seiten des Bundes sei der Bundeskanzler gefordert.

Mailath-Pokorny kündigte im Pressegespräch auch an, dass das Filmmuseum, das unterdotiert gewesen war, von Seiten der Stadt adäquat zu unterstützen.

Programm der Viennale

Die Viennale wird im Gartenbau-Kino, Stadtkino, Metro-Kino und Künstlerhaus-Kino beheimatet sein. Im Spielfilmprogramm finden sich Arbeiten wie "La stanza del figlio" (Das Zimmer meines Sohnes), das beim Festival in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Weitere Erfolgsproduktionen sind "Vou para casa" von Manoel de Oliveira; Jacques Reivettes "Va savoir" und Jean-Luc Godards audiovisuelles Gedicht "Eloge de l’amour". Tsai Ming-liang, in Cannes 2001 als bester Regisseur ausgezeichnet, ist mit "What Time Is It There?" ebenso vertreten wie Jean-Marie Straub und Daniéle Huillet mit "Operai, contadini". Aus den USA kommen u.a. neue Arbeiten von Joel Coen (The Man Who Wasn’t There), Richard Linklater (Waking Life) und David Mamet (Heist), Terry Zwigoff (Ghost World) sowie "Pollok", das Regiedebüt des Schauspielers Ed Harris. Aber auch das Triviale, Bunte und Trashige ist Teil des sinnlichen Reichtums und der Vielfalt des Programms.

Im Dokumentarfilmprogramm gibt es neue Werke arrivierter Filmmacher wie Jonas Mekas (As I Was Moving Ahead Occasionally I Saw Brief Glimpses of Beauty), Frederick Wiseman (Domestic Violence), Claude Lanzmann (Sobibor, 14 Octobre 1943, 16 heures) James Benning (Los) und Trinh T. Minh-ha (The Fourth Dimension).

Den Kurzfilm versteht die Viennale nicht als bloße Vorform, für Langfilme, sondern als vitalen und eigenständigen künstlerischen Ausdruck. Das beweisen Filme wie Luc Moullets "Le système Zsygmondy" oder Naomi Umans "Private Movie".

Dazu kommen Publikumsgespräche und Diskussionen im Viennale-Zelt im Stadtpark, zu denen Fachleute eingeladen werden.

Der Kartenvorverkauf für alle Programmpunkte der Viennale beginnt am Samstag, 6. Oktober. Genaue Details über das Programm sowie über alle weiteren Aktivitäten könnten täglich von 10 bis 20 Uhr unter der A1-Freeline 0800/664 001 oder im Internet unter www.viennale.at/ eingeholt werden. (Schluss) ull/rr

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