Mühlwerth: Lehrer schaden sich durch den Boykott nur selbst!

Ein paar schwarze Schafe tragen dazu bei, daß ein ganzer Berufsstand in Verruf gebracht wird.

Wien, 05-10-2001 (fpd) - "Die Lehrer werden es wohl nie kapieren", so knapp kommentierte heute Stadtschulratsvizepräsidentin Monika Mühlwerth die Diskussion rund um den Lehrerboykott in den öffentlichen Schulen. "Mit ihrer Entscheidung, Schulveranstaltungen zu boykottieren, schaden sie sich nur selbst. Vor allem die AHS-Lehrer haben ohnehin ein denkbar schlechtes Image in der Bevölkerung. Lange Ferien mit durchaus besserer Bezahlung als der Rest der arbeitenden Bevölkerung, nicht sonderlich engagiert, Halbtagsjob, sind während der Schulzeit dauernd auf irgendwelchen Seminaren, wodurch der reguläre Unterricht entfällt usw.", so Mühlwerth.
Das ist natürlich ungerecht, weil das zwar auf einige zutrifft, aber bei weitem nicht auf die gesamte Lehrerschaft. Trotzdem ist es den wenigen gelungen, die auf ihrem Pragmatisierungspolster sitzen und auf die diese Vorwürfe zutreffen, den gesamten Lehrerstand in Verruf zu bringen.
"Und jetzt der Boykott! Das ist Wasser auf die Mühlen all jener, die es ohnehin schon immer gewußt haben: Die Lehrer sind faul", so. laut Mühlwerth, der oftmals gehegte Verdacht der Bevölkerung
"Viele Lehrer tragen ja auch dazu bei, diesen Ruf zu bestätigen, dabei könnten sie gerade jetzt viel zur Imagekorrektur beitragen, indem sie sagen: Wir sind zwar mit den derzeitigen Maßnahmen nicht einverstanden (müssen sie ja nicht), aber wir wollen es nicht schon wieder auf dem Rücken der Schüler austragen. Die Eltern würden es ihnen sicher danken. Denn die Boykottmaßnahmen werden von den Eltern durchaus differenziert gesehen: Einige sind empört, daß Schulveranstaltungen ausfallen, einige finden es gut, wenn wieder mehr unterrichtet wird. Und einige sind froh, wenn Skikurse oder Sprachreisen ausfallen, weil damit keine finanziellen Löcher aufgerissen werden, die zu stopfen sie sich ohnehin schwer tun".
"Es ist bezeichnend, daß es ausschließlich an öffentlichen Schulen zur Verweigerung von Veranstaltungen kommt, während die Privatschulen davon Abstand nehmen. Die Wiener Eltern stellen den Privatschulen ohnehin ein besseres Zeugnis aus und von deren Sichtweise aus möchte man meinen, zu Recht".
"Die Lehrer sollten sich darauf besinnen, wo denn ihre wirklichen Aufgaben liegen, nämlich ihr Wissen in verständlicher Form an die Schüler weiterzugeben, sie gemeinsam mit den Eltern zu offenen, aber auch kritischen, gebildeten Menschen zu erziehen, die sich nach der Schule im Berufsleben zurechtfinden und auch in ihrem persönlichen Leben bestehen können. Die Befindlichkeiten der Lehrer auf dem Rücken der ihnen anvertrauten Schüler auszutragen, gehört mit Sicherheit nicht zu ihren Aufgaben und ist auch der falscheste Weg", schloß Mühlwerth.

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