Molterer: Neue strategische Ansätze für ländliche Entwicklung

Bei Mid-term Review auch zweite Säule der EU-Agrarpolitik berücksichtigen

Gmunden, 5. Oktober 2001 (AIZ). - "Die Agenda 2000 bietet viele neue Möglichkeiten für die ländliche Entwicklung. Wir sollten daher bereits bei der Zwischenbewertung der Agenda (Mid-term Review) nicht nur über Marktordnungsmaßnahmen sprechen, sondern auch überlegen, wie wir diese zweite Säule der EU-Agrarpolitik in Zukunft gestalten wollen." Dies betonte Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer am Donnerstag in Gmunden bei der "Österreich-Tagung 2001", die unter dem Motto DLändlicher Raum - Wie geht es weiter?1 vom Agrarressort veranstaltet wurde. Es müssten rechtzeitig strategische Lösungsansätze für eine optimale ländliche Entwicklung gesucht werden, so der Minister. Vor den über 500 Teilnehmern an dieser Tagung skizzierte er ein 10-Punkte-Programm, das den ländlichen Regionen eine neue Perspektive bieten soll. ****

Österreich sei innerhalb der EU zum Vorreiter bei der Politik für den ländlichen Raum geworden. Auch bei der Zwischenbewertung der Agenda könnte unser Land Impulse in diese Richtung setzen, so der Minister. Insbesondere was die Erweiterung der Union und deren Folgen für die ländliche Entwicklung betreffe, seien gute Ideen gefragt. Hier seien auch Fragen der Infrastrukturpolitik zu klären.

Überregionale Vernetzung notwendig

Ein bedeutender Eckpunkt für eine optimale Entwicklung des ländlichen Raumes sei die stärkere Einbindung der Gemeinden und der kommunalen Strukturen, erläuterte Molterer. Weiters müsse die überregionale Vernetzung weiter ausgebaut werden. Der Integration von Landwirtschaft und gewerblicher Wirtschaft komme ebenfalls ein hoher Stellenwert zu, "weil rein sektorale Lösungsansätze nicht mehr ausreichen".

Molterer äußerte in diesem Zusammenhang auch die Sorge, dass bei der Lösung von Strukturproblemen (Schließung von Postämtern, Bezirksgerichten usw.) zu wenig Kreativität vorhanden sei. Es gehe seiner Meinung nach weniger darum, dass etwa auf einem Amt das Postzeichen zu finden sei, wichtiger seien strukturelle Lösungen im Bereich der Nahversorgung. Ein weiterer Eckpunkt in der ländlichen Entwicklung sei das Nützen von Synergien. So wäre etwa zu überlegen, ob nicht im Bereich der Weiterbildung Einrichtungen wie LFI und WIFI kooperieren könnten. Auch dies wäre ein positives Beispiel für den integralen Ansatz.

Ressourcennutzung nicht defensiv diskutieren

Eine große Bedeutung für die Zukunft der ländlichen Regionen komme auch den Nutzungspotenzialen zu, unterstrich der Minister. Was beispielsweise die Nutzung der heimischen Wasserressourcen betreffe, so orte er bei den Diskussionen darüber noch eine sehr defensive Haltung. Die Organisation von Nutzungsansprüchen werde zunehmend wichtiger, erläuterte Molterer. Diesem Umstand trage man derzeit auch bei der Novellierung des Forstgesetzes Rechnung.

Nicht unterschätzen dürfe man bei allen strategischen Ansätzen die Bedeutung des Faktors Mensch, so der Minister. Von ihm hänge nämlich die Initiative und die Bereitschaft zu Veränderungen ab. Er, Molterer, sehe die Aufgabe der Politik und der Beratung darin, Hilfestellung in Zeiten des schnellen Wandels anzubieten, Projekte zu ermöglichen und Entwicklungen zu begleiten.
(Schluss) kam

Rückfragen & Kontakt:

http://www.aiz-pressedienst.com
FAX: (01) 535 0438

AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, e-Mail: pressedienst@aiz-in.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIZ/AIZ