ARC Seibersdorf-Wissenschaftler schützen österreichischen Wein - BILD (web)

Mit Hilfe der Wissenschaft wird in den nächsten Jahren die Qualität des österreichischen Weins erheblich verbessert werden. Experten des Geschäftsbereichs Lebenswissenschaften von ARC Seibersdorf research haben gemeinsam mit der "VitroPlant GmbH" ein Projekt zur Zertifizierung von Rebpflanzgut in Österreich abgeschlossen.

Seibersdorf (OTS) - Ein über sechs Jahre dauerndes Forschungsprojekt von ARC Seibersdorf research und VitroPlan GmbH wird erfreuliche Ergebnisse für Österreichs Weingenießer bringen. Durch die schrittweise Anpflanzung von zertifizierten Rebstöcken soll die Qualität der heimischen Weine verbessert werden.

Hintergrund des Projektes sind mehrere Richtlinien der Europäischen Union, deren Umsetzung zum "Österreichischen Rebverkehrsgesetz 1995" geführt hat. Es soll erreicht werden, dass in Zukunft das Pflanzgut im Weinbau bestimmten Qualitätskriterien genügt, und dass es vor allem frei von definierten Krankheiten ist. Viele Weinstöcke weisen latente Krankheiten auf, die bei der Vermehrung und Veredelung weiter verbreitet werden. Zu diesen Erkrankungen, die sich teilweise erst nach vielen Jahren auf Qualität und Ertrag auswirken und schließlich die Lebensdauer der Pflanzen verkürzen, zählen die Blattrollviren, der Fleckvirus und besonders Rugose Wood, eine häufig auftretende Holzkrankheit.

Da ein neu gepflanzter Weingarten 3-4 Jahre braucht, um in den Ertrag zu kommen und die Lebensdauer von gesunden Rebstöcken 30 Jahre und mehr beträgt, bedeutet es für die Winzer einen großen Schaden, wenn aufgrund von chronischen Erkrankungen der Reben eine vorzeitige Rodung notwendig wird.

Die ARC Seibersdorf-Wissenschaftler haben im Rahmen des Gemeinschafts-Projekts 200 Klone der wichtigsten österreichischen Rebsorten, vom Wachauer "Grünen Veltliner" bis zum "Steirischen Schilcher" gesammelt, mit verschiedenen Methoden auf Viren und Bakteriosen getestet und einem Thermoverfahren zur Virenbefreiung unterzogen. Alle auffälligen Klone wurden ausgeschieden.

Etwa 30 Prozent der untersuchten Klone entsprachen den Kriterien der Pflanzengesundheit und konnten in die sogenannte Prioritätenliste aufgenommen werden.

Mehr als 40 Klone von 25 Rebsorten, die alle spezifische österreichische Sorten enthalten, wurden von einer Expertengruppe (Weinbau, Lw-Kammern, Fachschulen) auf Basis der Untersuchungen der ARC Seibersdorf in die Prioriätenliste eingetragen. Die unterschiedlichen Klone stellen jeweils Variationen einer Sorte dar und können bei der geschmacklichen Ausprägung eines sortentypischen Buketts sowie bei der optimalen Anpassung an örtliche Gegebenheiten eine bedeutende Rolle spielen. Dieser Umstand wurde bei der Auswahl der Klone berücksichtigt und die zukünftige Vermehrung von wichtigen Sorten (Grüner Veltliner, Blaufränkisch usw.) daher stets auf mehrere Klone aufgebaut.

In der internationalen Konkurrenz spielt die Frage der Qualität des Weins eine immer wichtigere Rollen. Die Auswahl von gesunden und allen Qualitätsansprüchen genügenden Klonen wird sicher stellen, dass der österreichische Wein bei gleichmäßigem Ertrag in der Güte auch zukünftig einen Spitzenplatz einnehmen kann.

Die einschlägigen Bestimmungen, die aufgrund der langen Lebensdauer von Weingärten entsprechende Übergangsfristen vorsehen, schreiben vor, dass Standardmaterial einer anerkannten Sorte nicht mehr gepflanzt werden darf, sobald von einer Sorte genügend zertifizierte Reben am Markt vorhanden sind, um den Bedarf zu decken.

Bis sich die Konsumenten in größerem Maßstab am Wein aus zertifizierten Trauben erfreuen können, werden allerdings noch einige Weinernten ins Land ziehen. Wenn man die Lebensdauer von Weinstöcken in Betracht zieht, läßt sich jedenfalls prognostizieren, dass es in 30-40 Jahren in Österreich nur mehr zertifizierte Weingärten geben wird. Dank der Wissenschaftler der ARC Seibersdorf kann man daher in Abwandlung eines bekannten Wiener Liedes sagen: "Es wird ein Wein sein, und er wird immer sein".

(Siehe auch APA/AOM - Original Bild Service)
Bild auch abrufbar auf APA/OTSweb: http://www.ots.at

Rückfragen & Kontakt:

Ing. Anton Grahsl
Geschäftsbereich Lebenswissenschaften
ARC Seibersdorf research
Tel.: 050550/3527
anton.grahsl@arcs.ac.at

Wolfgang Renner
corporate communications
ARC Seibersdorf research
Tel.: 050550/2046
wolfgang.renner@arcs.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | CMA/OTS